Mut zur Hässlichkeit

Felix:

mir kam kurz der gedanke, ob es manchmal nicht besser sei, dei dinge einfach hinzurotzen, dinge einfach zu machen, auch wenn man weiss, man könnte es besser, es einfach so lassen wie es kommt. bloggen, ins internet schreiben ist oft so: einen gedanken aussprechen, auch wenn er nicht perfekt ausformuliert ist oder hundertprozentig durchdacht ist. sich auf die idee konzentrieren und nicht auf die form. keinen, ausser den inneren, zwängen nachgeben zu müssen. zu fehlern, zur imperfektion stehen können, sie aushalten. auf rechtschreibung scheissen. nicht alles so lange feilen, bis alle kanten rund sind und alles eins zu eins in ein buch oder eine fernsehsendung oder einen zeitungsartikel übernommen werde könnte. die gedanken die man hat einfach raushauen, obwohl man ahnt, dass man es ein paar monate später bereuen würde. ich mag genau das am internet. man kann den menschen beim wachsen, beim dummheiten begehen, beim zweifeln zuschauen.

Das sollte ich mir immer vor Augen halten, wenn ich alte Artikel von mir lese. Das ist schon okay so, wie es ist, jetzt bin ich ja besser. Wieder ein Stück.

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9 Antworten zu Mut zur Hässlichkeit

  1. MuGo schreibt:

    Nee, ich weiß nicht, ich bin da irgendwie inzwischen zu anspruchsvoll – wenns keine vernünftige Form hat, fühle ich mich zum nacheditieren gezwungen – und das will ich nach Möglichkeit vermeiden…

    Aber zum Glück sind wir ja alle verschieden, wa?

  2. Alexander schreibt:

    Gegen das editieren und vor allem gegen Rechtschreibung! *einen Duden anzündend* REBELLION! CHAOS!

  3. Sebastian schreibt:

    Ich editiere Texte oft nach, aber hauptsächlich kleine Rechtschreibfehler. Der Kerngedanke, der oft nicht ausformuliert ist, bleibt dann aber so. Natürlich gibt es dann auch wieder Tage, an denen ich auch gute, lange Sachen schreiben will, die sich gut lesen. Aber das ist dann eine andere Suppe. Ich finde es gut, dass man hier auch einfach mal was raushauen kann, und ich denke, darauf wollte auch Felix hinaus (wobei der ganze Artikel gut ist, in dem es ja um etwas völlig anderes geht ^^)

  4. Ivy schreibt:

    Manchmal bin ich froh, dass mir als Frau philosophische Gedanken zu schwierig sind… auch noch darüber nachzudenken, ob das gut ist was ich schreibe, würde mich überfordern…

  5. saripari schreibt:

    Ich versteh zwar den Aspekt der Aussage, aber oftmals komm ich dann beim Schreiben so ins Grübeln, dass ich das meistens genau so als Entwurf speicher: Achthundert Seiten wegen irgendeiner Scheisse, die kein Mensch nachvollziehen könnte. Deshalb editiere ich die Sachen (in Worten: KÜRZEN!) dann später nach.

    Das, was aus mir nur so heraussprudelt, veröffentliche ich nur, wenn es auch Sinn macht, also auch für mich. Und mich dabei „wachsen“ zu sehen, joah, das kann man wohl so behaupten, wenn man sich alte Sachen durchliest..

  6. Sebastian schreibt:

    „Das, was aus mir nur so heraussprudelt, veröffentliche ich nur, wenn es auch Sinn macht, also auch für mich.“

    Das Problem sehe ich eher in den Artikeln, die NUR für mich Sinn machen und die anderen fragend zurücklassen 🙂
    Bzw. ich sehe da kein Problem sondern finde das immer sehr lustig.

  7. Tante Maike schreibt:

    Hallo Basti,ich verstehe mindestens 85 % deiner Texte überhaupt nicht und frage mich welche Sprache du sprichst oder bin ich schon sooo alt?
    Aber der Grundgedanke ist genial,nicht mehr nur perfekt sein und agieren sondern Du selbst sein und nach deinem Dünken handeln.Ich arbeite schon lange daran,einfach nicht nur funktionieren zu müssen,auch mal menschlich reagieren und zu sagen wenn es mir scheisse geht.Nicht immer denken zu müssen:wenn ich das jetzt sage was ich gerne würde kann mir jenes passieren und wenn ich das jetzt tue was ich eigentlich will passiert mir jenes“.
    Ich finde gut wenn du einfach schreibst was du gerade denkst.
    Noch reagiere ich mindestens 50% des Tages nur weil ich es so muss,aber ich arbeite daran gelassener zu werden.
    Im Moment bin ich ganz stolz an unserem Streik teilgenommen zu haben obwohl mein Chef fragte:Wen würden sie zuerst entlassen,einen der streikt oder einen der nicht streikt?“
    Trotzdem fühle ich mich befreit.
    Tante Maike wird erwachsen!
    Also hau weiter raus was du denkst auch wenn du es später komisch findest,in dem Moment war es genau richtig!

  8. Sanja schreibt:

    boah, dem alles-sofort-löschen-zwang nicht nachzugeben wenn man altes zeug von sich selber liest – sehr sehr schwierig

  9. causa prima schreibt:

    Also wenn sich das auf das ganze Leben übertragen würde, dann würde man sich überll gehen lassen und ich würde jetzt noch drei mal aufstehen, bis ich endlich diese ganzen Torten vom Wochenende (Oma hatte Geburtstag–> über 30 Leute –> übermäßig viel zu essen) aufessen. Und das würde ich dann auch sonst immer machen. Und andere Leute auch. Dann wären wir alle dicke. Und Sexualstraftäter. Mörder. Geschwindigkeitsübertreter.
    Ich bin nicht dagegen, nur dagegen, dass man das dauerhaft macht. Diziplin ist etwas, das in unserer Gesellschaft wirklich fehlt und auf das zu wenig wert gelegt wird. Aber man darf sich auch mal was erlauben. Eben in Maßen statt in Massen, denn Eszett ist nicht gleich doppel-Es.

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