Hier ist die Antwort auf die Frage, was heutzutage in einer Wundertüte aus dem Supermarkt steckt.

Vor einigen Wochen fiel uns am Bahnhofskiosk eine Wundertüte ins Auge, die, es tut mir leid, relativ eindeutig auf Mädchen zugeschnitten war. Typische Farben (rosa halt), Diddl-Sticker (ein kleiner Hinweis darauf, wie lange die Wundertüte schon dort auf Kundschaft gewartet hat) und inhaltlich angenehm skurril. Eine Hör-CD eines ARD-Märchens, eine Art Gartenzwerg, so komische Mini-Bleistifte, vor allem aber eine – Bibi-Blocksberg-Wasserpistole?

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Aber hey, in Zeiten, in denen ein Kampfflugzeug rosa angemalt wird, um auf Brustkrebs aufmerksam zu machen, und dieses von gar nichts mehr merkenden Leuten als progressiv gefeiert wird, geht wohl auch das. Dabei will ich eine Wasserpistole gar nicht problematisieren, ist ja schon geil, aber vom ganzen DING her doch thematisch ziemlich schräg. Bibi ist doch sowas wie McGuyver und sagt NEIN! zu Pistolen.

Aber um die Mädchenwundertüte geht es gar nicht, sondern um die im Sky gefundene Wundertüte für Jungen aus Bayern *dieses Jungsgeräusch*

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Schon besser als ein paar Diddlsticker, aber eben auch nicht viel. Der Ritter ist stark thrombosegefährdet, die Bäume sehen aus wie die ersten Gegner in einem SNES-Rollenspiel und der Drache steckt zwar im Körper eines westlichen Drachen, verkleidet sich aber als fernöstlicher Drache. All power to you!

Aufgerissen, reingeguckt. Im Wechsel zücken *~sie~* und ich ein Spielzeug nach dem anderen, und es geht los mit:

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Dem heißesten Scheiß 2006. Aus Rubberloops lassen sich tolle Dinge herstellen wie Armbänder, es gibt aber auch tausend weitere Anwendungsmöglichkeiten.

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Es ist ein trüber Herbsttag, das Laub, das Du mit den Füßen wegschubst, erinnert dich an aufgeweichte Cornflakes. Du wirst zurückgeworfen in die Zeit, in der Du jeden Sonntagmorgen mit deiner Liebsten gefrühstückt hast. Nebenbei lief Die Sendung mit der Maus, das eine Mal hat sich die Ente ein Gebiss in den Schnabel gesteckt, um eine Nuss zu knacken. Deine Hände sind kalt, Du steckst sie gedankenverloren in die Taschen. Du spürst den Gebiss-Schlüsselanhänger, deine Finger umspielen die unangenehm detaillierten Zähne. Der Schlüsselanhänger, ein Schlüsselreiz. Ein Schlüsselreiz zu viel. An einem Sommertag hättest Du ihn überlebt.

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Es ist ein Robot-Radiergummi, noch OVP, Stichwort Mint Condition. Dem Logo nach wohl in Anlehnung an die Transformers, das Design geht Richtung kommunistischer Cybersamurai. Gänzlich kryptisch übrigens die Wortfolge „Earth Numen“. Darunter findet man nur eine spanische Progrock-Band, die niemand kennt und die so klingt wie Archive, wenn die die Synthies gegen ein Saxophon tauschen würden.

Kurz, weil langweilig: Ein Stick mit Glitzerzeug und ein Dinosaurier. *~ihr~* Lieblingsdino, weil der so eine lustige Tröte auf dem Kopf hat. Zur Dinomania Anfang der 90er kannten wir alle Dinosaurier beim lateinischen Namen, so viel wussten wir danach nie wieder.

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Hier ein Werbespot, der vielleicht schon einmal im Fernsehen lief, vielleicht aber auch nicht:

Die Nachkommen der Bugsted leben seit fast 40 Jahren auf der dunklen Seite des Mondes. Im Jahr 1969 brachte eine Raumkapsel, die zum Sammeln von Proben auf dem Mond gelandet war, einen kleinen neugierigen Bug versehentlich mit auf die Erde. Durch Angst vermehrte er sich und jetzt hat die Gruppe von Bugsted nur noch eine Mission: zurück nach Hause, zurück zum Mond.

An dieser Stelle der Hinweis, dass diese Beschreibung gänzlich irreführend ist. 1969 brachte die Apollo 11-Mission aus Versehen 1 Käfer auf den Mond, 2012 dann den mutierten Käfer aus Versehen auf Erde. Get your shit together Kimba, äh, Simba.

Ein fünf Minuten anhaltender Spielzeugtrend mit nicht weniger als vier sammelbaren Figuren, einem Lemming-Klon als zugehöriger App und beiliegenden Codes, die einem einmalig ein paar Sekunden Stärke im Spiel erkaufen. Bugsted hatte nie eine Chance gegen das mittlerweile etablierte und nach wie vor beliebte Pokémon Go. Unerklärlich, dass die Charakterisierung der Figuren bei Kids des Jahres „Hallooo? Es ist 2016!!!“ nicht verfing:

  • Emo: At the moon he was a party animal but when he got to the earth and discovered the twilight saga, he became totally fascinated with the emo universe, and he turned into a very introspective guy. He’s the smartest and that’s why he’s the leader even if he is not looking for it.

Die Wundertüten-Abschlussparty geriet dann etwas außer Kontrolle.

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Quatsch mit Sternchen

Es ist albern genug, dass ein Artikel, in dem es um den geschmacklosen Handel mit Nazi-Devotionalien geht, ausgerechnet von einer Werbung für ein 2. WK Strategiespiel verdeckt wird, die auch noch mitscrollt und sich sanft über den Text legt (hier ein .gif denken wie bei übermedien):

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Dass mir aber die aufdringliche blockxit-Kampagne eine Leseverbesserung verspricht, nachdem ich den Text lesbar gemacht habe, bringt mich dann doch zum Schmunzeln. Und immerhin, das hat Micky Beisenherz vorher noch nie geschafft.

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Der Vollständigkeit halber hier noch die Ansicht ohne Adblocker (es handelt sich um ein automatisch abspielendes Video). Dass mir keine Beschwerden kommen.

werbung

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jetzt.de und die verlorene Generation

Ich habe neulich in einem Nebensatz aufgeschnappt, dass die Online-Jugendbeilage der Süddeutschen, jetzt.de, einen Reboot erfahren musste, jawohl, musste. Es ist nämlich so: Mit inzwischen 35 Jahren bin ich der Seite inhaltlich vielleicht wirklich entwachsen, von alleine gehe ich da nicht mehr drauf. Höchstens noch, wenn sich die Freundin mal wieder fürchterlich über die kreuzdummen Jungen- und Mädchenfragen aufregt und ich meine Jungsperspektive dazu geben will, denn wir Jungs, verdammt, Männer, sind eben doch ganz anders. Ne?

Und jetzt schau ich mir die Seite an und denke, so sehen die Jugendseiten jetzt (ich muss dieses Wort wirklich vermeiden lernen) wohl aus. Eine wie die andere. bento.de und vergessen, wie die alle heißen. Das passt, weil auch die Jugendlichen mittlerweile alle gleich aussehen.

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Alles ein wenig größer, übersichtlicher, schneller und ganz toll für mobile Geräte. Kann man ja ruhig machen.

Aber mein Punkt ist ein anderer. jetzt.de war Anfang der 2000er, als ich mit Anfang 20 voll in der Zielgruppe war, für ein bestimmtes Publikum eine Offenbarung. Nämlich für diejenigen, die bloggen würden, wenn sie Blogs gekannt hätten. Auf jetzt.de fanden sich Dutzende, dann Hunderte, dann Tausende Mini-Episoden junger Leute, die den damaligen, wirklich unschuldig wirkenden und unaufgeregten Zeitgeist wiederspiegelten. Und jeder durfte dort schreiben. 2001 hatte „Jeder darf dort schreiben“ noch einen verheißungsvollen, positiven Klang. Es funktionierte auch. Es waren zu 90 % Alltagsepisoden, in denen IMMER IMMER IMMER Bandnamen vorkamen „Ich ging Tocotronic-hörend Richtung Mensa, drüben auf dem Hügel, als ich Sex brauchte“ so ungefähr. Und diese Texte standen gleichberechtigt neben denen von z. B. Benjamin von Stuckrad-Barre oder, naja halt auch smudo, gleiche Präsentation, gleiche Profilseite, alles.

So wuchs in den letzten 15 Jahren, und das ist mein Punkt, eben auch ein Archiv der Jugendkultur. Dort stehen Texte, die 19-Jährige 2001 verfasst haben, neben denen, die 19-jährige 2006 und 19-jährige 2013 verfasst haben. Das ist ein Schatz, den man als Süddeutsche pflegen und auf den sich die Restwelt stürzen sollte.
Und das neue Design hat nicht einmal eine Suche. Wenn ja, finde ich sie nicht. Hashtag Ironie. Ich habe Freunde, die haben sich über jetzt.de kennengelernt und mittlerweile ihr zweites Kind. Wenn sie lesen wollten, wie das damals eigentlich war – das geht erstmal gar nicht. Offiziell.

Inoffiziell aber hatte ich bereits im Dezember einen kleinen Nostalgietrip, der mich dazu verleitete, irgendeinen alten jetzt.de-Text zu verlinken.

Und hier kommt eben doch noch die gute Nachricht: Der Link funktioniert nach wie vor und führt auf das alte jetzt.de. Dort wird man zwar aufgefordert, zum neuen zu schwenken. Aber das muss man ja nicht. Von hier aus lässt sich nämlich das Archiv durchforsten und in die Vergangenheit reisen. Am besten einfach den Namen einer Band eingeben, die man damals ganz besonders toll fand und unten auf die letzte Seite, und damit auf die ältesten Einträge, gehen. Dann finden sich eben heute undenkbare Texte wie

Es ging um meine Unsicherheit in Bezug auf Oliver.Manchmal denke ich schon, dass ich Chancen hätte, welcher Mann enschuldigt sich denn schon für nen Kuss? Aber dann kommen wieder Momente, da bin ich sicher, dass er mich nicht mag.

Und eine Woche später ist ihr Bruder tot.

Ich weiß, es muss weitergehen. Aber wie und wann?

Geschichten schreibt das Leben, und manchmal eben auf jetzt.de. An die Verantwortlichen geht die große Bitte, die alte Version bitte nie, nie offline zu nehmen. Danke.

 

PS: Ich bin mir sehr, sehr sicher, dass es auf jetzt.de seinerzeit auch einen Tocotronic-Titelgenerator gab, zu einer Zeit, in der die Titel eben noch so waren wie sie damals waren. Davon ist im gesamten Internet überhaupt keine Spur mehr zu finden. Spinne ich? Hinweise bitte in die Kommis #slaminator

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Eine Stunde auf’s Ohr hauen

Eine unser aller größten Sexfantasien ist es, auf offener Straße gefragt zu werden, was wir gerade hören. Aber hat das schonmal jemand gemacht? Die meisten Menschen würden sicher gerne Auskunft geben („Felix Jaehn“, „Robin Schulz“), aber ich würde mich das trotzdem nie zu Fragen trauen. Yaddayadda Pointe, keine Ahnung.

Absatz, warum ich nicht mehr so viel blogge.

Zum Glück wurde ich zumindest auf Facebook gefragt, was ich derzeit für Podcasts höre. Endlich werde ich das, und noch ein paar Gedanken dazu, los. Das passiert in alphabetischer Reihenfolge, kurioserweise haben die größten Podcast-Feinde Deutschlands damit den ersten und den letzten Eintrag inne. Das ist aber keine Wert-Reihenfolge.

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Den Anfang macht Fefes und Frank Riegers Alternativlos. Mit einer liebgewonnenen und notwendigen Unregelmäßigkeit (in diesem Jahr erschienen zwei Folgen, die aber innerhalb einer Woche) reden die beiden über „Politik, Technik, Verschwörungstheorien und was uns sonst noch so in den Sinn kommt.“ Fefe weiß man ja, Frank Rieger ist so der Normalo, der ihn ein bisschen einfangen muss. Manchmal ein bisschen verspult, aber konsensfähiger, als die beiden wohl gerne hätten. Ich glaube, zum Hören setzen sich manche Leute Anonymous-Masken auf. Trotzdem immer mal wieder ein Highlight.
Anspieltipp: Folge 20 mit Frank Schirrmacher über den politischen Diskurs im Wandel der Zeit. Früher war ECHT alles besser.

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Deutschlandfunk – Das Feature. Schöne Themenvielfalt, es kann ALLES kommen. Ein wenig anstrengend sind diverse Klangexperimente, die oft eingestreut werden, um das ganze künstlerisch noch wertvoller scheinen zu lassen. Aber die Rubrik ist eine tolle Spielwiese für Redakteure, die obskure Nischen ausleuchten wollen. Das vielleicht beste Feature der letzten Jahre, Köln, Kalk Ehrenmord, handelt vom YouTube-Video zu Eko Freshs Song.

Autor Sascha Verlan beschäftigt sich darin mit den Kommentaren drunter, mehr noch, er beschäftigt sich mit den Kommentatoren. Wer weit genug runterscrollt (das war vor zwei Jahren, man muss vermutlich mittlerweile seeehr weit runterscrollen), sieht, dass er mitredet, interessierte Fragen stellt, im Feature geht er darauf ein, was die Jugendlichen sonst so abrufen, lässt sie zu Wort kommen, spricht Widersprüche direkt und klug an.
Anspieltipp: Schwierig, weil ja leider diese unsägliche Depublizierungs-Politik schnell alles rausschmeißt. Das dümmstdeutsche Ergebnis der Kompromisspolitik sagt, dass öffentlich-rechtliche Sender ihre aufwendigen und tollen Sendungen nach einer Weile offline nehmen müssen, damit die privaten Sender die Chance haben, ihr Kulturangebot frei von staatlicher Konkurrenz anzubieten. Auch nach Jahren noch unfassbar, zumal die Zeiträume zwar irgendwo geregelt, aber so vertrackt sind, dass es wie Willkür anmutet. Ich wollte beispielhaft die Folge „Popkultur – Trash – Eine Liebeserklärung“ verlinken, aber die ist nicht auffindbar. Weit ältere Folgen sind es noch. Alternativ gibt es ein Manuskript der Folge Billige Träume? Eine kleine Geschichte der Heftromane in Deutschland. Aufgemacht wie ein Hörspiel, in dem ein fiktiver Sammler einer Reporterin seine Schundheftsammlung zeigt. Then it takes a dark turn…

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How did this get made ist ein amerikansicher Film-Podcast mit gewöhnungsbedürfigter Werbung für Matratzen zwischendrin. Teils sehr unterhaltsam, wobei ich die Live-Folgen in der Regel meide, weil ich eine Aversion gegen enthusiastischen Jubel amerikanischen Publikums habe. New York! Woohoo! Die haben ein gutes Auge und stellen die richtigen Fragen, z. B. warum dieser eine Mortal Kombat-Dämon im Hintergrund ein Holzfällerhemd trägt.

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Anspieltipp: Doch eine Live-Folge: Die Diskussion zu Face off (- Im Körper des Feindes) ist sehr lustig. Und schon wegen des WTF-Faktors: Unser Lieblings-Orphan Black Tatiana Maslany ist zu Gast, um Masters of the Universe zu besprechen.

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Den ganzen Kram von der lieben Alexandra Tobor verfolge ich seit Urzeiten und kenne sogar noch ihr allererstes Blog, von dem sie neulich in einem anderen Podcast erzählte, dass den von den aktuellen Zuhörern sicher niemand mehr kennt. Da täuscht sie sich aber. Egal! Derzeit ein bisschen im Ruhemodus ist ihr Podcast In trockenen Büchern, in dem sie über interessante Sachbücher monologisiert und sie mit eigenen Erfahrungen und Ansichten zum jeweiligen Thema anreichert. Ich schwöre, hier sind’s gerade nur 10 Grad in meinem Zimmer, weil ich letzte Woche meine Heizkostenabrechnung bekommen habe, aber beim Gedanken an diesen Podcast wird mir doch wieder warm.
Anspieltipp: Introversion, die einzige Besprechung zu einem Buch, das ich sogar schon vorher kannte, und das mir geholfen hat, die ruhige Natur, die ich bin, als Normalzustand anzuerkennen und das Gute daraus zu ziehen. Büdchen, weil das nicht, wie zu befürchten wäre, eine „Wir haben noch Naschtüten am Kiosk gekauft“-Facebookseite in Buch- oder eben Podcastform ist, sondern eine wirklich interessante Geschichte über die klassischen Büdchen und wie es überhaupt zu ihnen kam.

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Insert Moin ist ein allmorgendlicher Spielepodcast, bei dem man sich durch die schiere Masse dann doch eher die Rosinen rauspickt, anstatt sich jede Folge anzuhören. Grundsympathisch der Ansatz, das ganze seriös aufzuziehen, die Themen ernst nehmend, und über den Tellerrand guckend. Mit ca. 30 Minuten reicht ein Podcast ziemlich genau für einen Arbeitsweg. Perfekt!
Anspieltipp: Mad Max hat eine schöne Euphoriekurve. Anfangs spürbare Begeisterung über einen guten Titel, wird den Jungs on the road, haha, klar, dass das Spiel eigentlich gar nicht so viel zu bieten hat.

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In der Medien-Kuh gehen die Podcaster Dominic Hammes und so ein Körber die Ereignisse der TV-Landschaft durch und nutzen dabei oft Wörter wie Format statt Sendung, außerdem siezen sie sich gekünstelt, was bestimmt irgendwann mal einleuchtend erklärt wurde, aber mich lange Zeit vom Hören abgehalten hat. Man versucht sich an diesem distanzierten Kienzle & Hauser-Humor, nur halt ohne den Humor.
Die Rubrik mit dem Titelschutzanzeiger ist toll, für mich als fernsehinteressierten lohnt das Hören… moment, vor meiner Wohnungstür wird gerade die Dachbodenluke runtergelassen, beim letzten Mal ging sie nicht wieder hoch und ich musste tagelang druntendurch kriechen… was ist denn da los?

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Methodisch inkorrekt Kennt ihr diesen Nerdhumor, nicht den smarten, sondern diesen leicht fremdschämigen aus dem Comicbuchladen oder Wacken, mit dieser komischen Lache? Dieser Humor aus Raumschiff Gamestar-Zeiten? Wegen sowas höre ich den Podcast hier nur noch sehr sporadisch, wenn mal gar nichts anderes mehr da ist. Leider, denn die Idee, sich wissenschaftliche Themen der letzten Zeit zu krallen und sich gegenseitig zu erklären, so dass auch ich es verstehe, ist ja erst einmal gut. Also lehrreich ist er, das kann man sagen.
Anspieltipp: Probiert mal die aktuelle, vom Aufbau tut sich da nicht so viel.

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Der Plauschangriff. Die Oma unter den Spielepodcasts. Und so klang dann auch die erste Folge nach dem Reboot (nachdem Game One eingestellt und Rocket Beans TV aufgebaut wurde). Ein eklig-schnupfiges Schniefen und miese Tonqualität waren der Einstand zur Rückkehr des meisterwarteten Podcasts der, und an an dieser Stelle muss ich immer lachen, Gamerszene. Actually, it’s about audio quality in gaming journalism. Das wirkte sehr traurig für den Stand, den der Podcast eigentlich mal hatte und die Erwartugen, die man dran gesetzt hat. Hat sich zur zweiten Folge dann doch wieder erholt. Bleibt unter interessierter Beobachtung, auch wenn ihr 24/7-Internetsender gezeigt hat, dass die Diskussionsluft bei den Leuten ziemlich dünn wird, wenn es um was anderes als so Nerdkram geht. Vielleicht werde ich auch zu alt für Nostalgie.
Anspielttipp: Keine Ahnung, ob es die alten Folgen noch irgendwo gibt. Es sind gerade mal drei neue Folgen draußen. Antwort: Jede außer die erste.

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Der Vergangenheitsbewältigungspodcast Radio Nukular ist ja sowas wie der Überraschungshit der Podcastszene (gibt es sowas)? In einem Jahr haben sie das geschafft, was den Plauschis von Game One in 10 nicht gelungen ist: Ein Resident Evil-Cast und eine sehr spaßige Livetour (der Auftritt in Hamburg wurde in der zweiten Hälfte richtig gut, da hatte sich das Publikum endlich ein wenig beruhigt und es konnte mal zwei Minuten am Stück Programm gemacht werden – ich habe sogar eine Wrestlingkarte abgegriffen

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). Das ganze Nostalgie-Ding sehe ich ja oft eher kritisch, aber Medien-KuHammes, Rockstah-Max und …-Chris machen das sehr, sehr unterhaltsam, mit Herz und Ernst nur dort, wo er angebracht ist, nämlich:
Anspieltipp: Durch die sehr breite thematische Aufstellung kommt auch einfach mal ein Thema wie Irrationale Ängste, Ticks und Macken, bei dem offen über selbige gesprochen wird. Kranke Sachen gibt es! Aber trotzdem lieb. Ganz besondere Folgen (nämlich besonders lang, haha): ZivildienstNebenjobs und Esskram aus der Kindheit. Die Antwort zur im Podcast offen gebliebenen Frage: Tritop oder Quench. Bitteschön.
Derzeit mein Lieblingspodcast, wohlwissend, dass mir die Überdrehtheit in einiger Zukunft doch zu anstrengend werden wird.

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Dann auch gleich Rumble Pack, der kleine Schwester-Podcast von Radio Nukular, in dem aktuelle Spiele besprochen werden, von denen ich nichts verstehe. Mit Witcher 3 sitze ich seit August an einem einzigen Spiel, und es hört einfach nicht auf. Aber man hört Rumble Pack eh wegen der Shpock- und Gamestop-Anekdoten. Es ist schon sehr lustig, aber auch politisch inkorrekt, jetzt nicht im Nazi-Sinn, aber ihr könntet durch problematische Begriffe getriggert werden! Ich find’s super.
Anspieltipp: Damit hätte ich gar nicht anfangen sollen, das macht bei den meisten Podcasts überhaupt keinen Sinn. Halt immer der aktuelle, geht ja um aktuelle Spiele. Es gab ein Adventure Time-Special, um mal irgendwas zu verlinken.

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Sanft & Sorgfältig mit Jan Böhmermann und Olli Schulz. Damit wisst ihr ja auch schon bescheid, was soll ich da noch schreiben? Es ist eine sonntägliche Radiosendung, die trotz gegenteiliger Bekundung keinem großen Schema folgt. DOOOOOMMMM!!!!!!!!!!!!!!!! <— me bein random again _^ hehe…toodles!!!!!
Böhmermann kommt in meinem Netzumfeld so gar nicht an, aber ich bin Fanboy. Es ist schön, einem jungen Medienmacher meiner Generation über die Jahre beim Bräsigwerden zusehen zu können, bei Gottschalk war ich ja noch viel zu jung. Ich bin gespannt. Olli ist von der Straße, die Sendung ist also auch sozial relevant.

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Mit The Dollop wird offenbar, wie unglaublich viel besser Amerika Unterhaltung kann als Deutschland. Gibt es irgendeinen deutschen Stand up-Comedian? Der auch gut ist? Und weiß, was Podcasts sind? Die Antwort ist jeweils nein. Und dann ist da The Dollop: Dave Anthony liest seinem Kollegen Gareth Reynolds zwei Mal pro Woche (!) eine Begebenheit aus der amerikanischen Geschichte vor, ohne dass Gareth vorher weiß, worum es geht. Kommentiert und gewundert wird dann on the fly. Dabei geht es selten um Großereignisse, sondern um skurrile kleine Ereignisse, die irgendwann mal in den Nachrichten waren, aber nicht unbedingt ins kulturelle Gedächtnis gewandert sind. Die Geschichten sind meistens so irre und lehrreich, dass dies alleine schon den Podcast rechtfertigt. Wie daraus jedesmal ein vollwertiges Comedy-Programm improvisiert wird, ist dann noch atemberaubend. Ganz dringende Empfehlung!
Anspieltipp: Wusstet ihr, dass es in Amerika mal eine Nilpferdplage gab? Dass der Erfinder des Heimlich-Manövers zu den bösesten Scharlatanen aller Zeiten gehört? Oder dass es früher schonmal einen Spiderman gab, der allerdings alles andere als ein Held war? Und warum liest sich das so wie ein Werbespot für eine Bücherei?

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Honourable mentions: Mir wird das zu lang, es gibt aber noch ein paar. Holger Kleins Wrint-Verse wächst und wächst. Verschiedene Podcasts zu verschiedenen Themen, von Wein über Kochen und Fotografie zu Reisen. Der sich sehr rational gebende Holgi verhärtet in seinen Ansichten zusehends, was nicht so schlimm wäre, würde er es nicht immer lauter abstreiten. Selbst als fahrradfahrendem Atheisten werden mir diese Themen bei ihm zu anstrengend. Wirklich gut sind aber die Wrintheit-Sendungen mit Alexandra Tobor und die Wisschenschaftscasts mti Florian Freistätter.
Welcome to Night Vale hat mich im letzten Jahr dermaßen beeindruckt, dass ich die bis dato erschienenen etwa 50 Episoden praktisch am Stück gehört habe. Danach hatte ich auch genug, zumal die Geschichten aus dem lokalen Radiosender einer fiktiven Kleinstadt doch immer bemühter „andersartig“ und tumblriger wurden. Vielleicht ist es inzwischen besser, ich werde es vielleicht nie erfahren. Die ersten soundsoviel Folgen sollte man sich aber definitiv anhören, wenn man smarten Humor, Twin Peaks, eine düstere Atmosphäre und Americana-Atmosphäre mag.
Wir müssen reden ist wie Alternativlos, nur genau andersrum. Will im Diskurs immer oben mitschwimmen, leider reichen die Gedankengänge oft nicht so weit. Max Winde übernimmt hier den Job von Frank Rieger als ruhiger Part, der Mspro wieder einfangen muss, wenn der Richtung Sprallotown, Einwohnerzahl: 1 reitet. Die beiden Casts sind zwei Seiten der selben Medaille, auch wenn sie es nicht hören wollen. Von außen betrachtet ist das dann sehr unterhaltsam. Wie zwei Onkel auf dem Familienfest, auf dem einer von Verschwörungen faselt und der andere ein peinliches Alkoholproblem hat, das von allen lächelnd totgeschwiegen wird.

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Kinderfilmprojektor and chill

Inzwischen ist es doch so kühl, dass munter zwischen Winter- und Übergangsjacke gewechselt wird. Normalerweise gehört zum Anziehritual, oder wie es auf YouTube-deutsch heißt, „Go out-Routine“ (ausgedacht, aber möglich), der klassische Dreiklopf: Portmona… Porto… Geldbörse, Schlüssel, Handy. Normalerweise! Just hielt ich jedoch einen Zettel vom Hermes-Versand in der Hand, der mich Multitasking-Genie beim Rausgehen völlig aus dem Konzept brachte. Der Schlüssel befand sich nun also hinter der soeben zugezogenen Tür und ich eben davor,  aber immerhin hatte ich eine warme Jacke an. Ein wenig Job-Koordination sowie 70 Euro später stand ich in meiner Wohnung, und einen Tag später hatte ich dann auch das Paket, das mich so teuer kam.

Ich höre also auf die Warnsignale meines Körpers und bereite mich darauf vor, wieder öfter in der Wohnung zu bleiben, mich und wenn möglich uns ordentlich einzuwickeln und die Kälte Kälte sein zu lassen. Stichwort netflix and chill #cool #videogames

Und, welch Zufall, liebe Einleitung, im Paket befand ich das perfekte Heimkino-Paket. Und zwar nämlich:

Seit den 30ern stellte eine Firma namens Markes und Co. kleine Filmprojektoren her, die unter dem Namen DUX KINO als Spielzeug verkauft wurden. Das bekannteste Modell war ab 1968 das Dux Kino 68, das mit einer Kurbel betrieben wurde, weil die 68er halt so drauf waren. Smash capitalism! Mitte der 70er Jahre kam dann die Vernunft und damit ein motorbetriebenes Modell im 70er Jahre-gelb. Der Dux elkino 900.

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Jener stand auch bei meiner Oma rum, und im Laufe der Jahre dachte ich immer mal wieder daran, wie viel Spaß ich damit hatte. Man drückt wo drauf und an der Bettkante erschien ein Zeichentrickfilm? Whaaaaaaaaaat? Vor allem dachte ich an einen der ca. eineinhalb-minütigen Zeichentrickfilme mit einem Indianerjungen, der einem Bären einen Topf Honig klaut, oder andersrum? Eben, wie war denn das nochmal? Speziell dieser Film ist nicht aufzutreiben, aber immerhin zwei andere, die ich mutwillig abgefilmt und für euch hochgeladen habe. Max und Moritz: Erster Streich (A New Hope) und zweiter Streich (The Empire Strikes Back) sowie Die Schatzinsel. Außerdem ein Zeichentrickfilm mit, so hieß das hier, „Dick und Doof“. Dieser ist leider gerissen, mal sehen, was man da noch machen kann. Fragt man da im Hobbyladen nach Kleber für 8 mm-Filme? Beide Filme gehen knapp eineinhalb Minuten. Viel Spaß beim binge-watchen:

Max und Moritz: Erster Streich und zweiter Streich

Es ist vollkommen okay, von der Zaunkletter-Animation Albträume zu bekommen.

Werbepause

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Die Schatzinsel

Durch den Einsatz einer Wackelkamera wollte man sich der fortschreitenden Digitalisierung entgegen stellen. Leider ohne Erfolg.

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Let’s Play – Rendsburg

Hier ist eine Hausaufgabe für euch: Geht mal alle (lol) auf YouTube und sucht nach eurer Stadt, viel besser noch, nach eurem Stadtteil oder Ortsteil. Je eng gefasster, desto besser. Für einen Extrapunkt sortiert ihr die Ergebnisse am besten nach Hochladedatum, dadurch überspringt ihr schon mal die Happy-Tanzvideos aus dem letzten Jahr von diesem Will Ferrel. Was euch nicht erspart bleibt, sind die Videos der Eisenbahnfreaks und der Freiwilligen Feuerwehr. Belohnt werdet ihr jedoch sehr wahrscheinlich mit einer Mischung aus ganz besonderen und absurden Videos aus eurer Umgebung, die euch bewusst machen… Moment mal, liest sich das hier gerade wie Buzzfeed oder ein schlecht übersetzter Artikel auf der deutschen Vice? Ja? Dann machen wir gleich eine Liste draus #listicle. Hier also ein paar besonders schöne Videos aus Rendsburg, in Form einer Top 5:

Platz 5: Pizza Lieferservice Rendsburg

Beschreibung: Das Laden sterben in Rendsburg geht weiter. Auch dieser Laden ist geschlossen. Da Können auch keine Filme mehr helfen. An das Internet denken viele auch erst wenn es schon zu spät ist. Meine Vorschläge zur Kooperation mit Pizza und Asien Food für gemeinsamen Lieferdienst wurden nicht aufgegriffen. Genau wie andere Vorschläge.
Doch anders als beim Ungarischen Bistro werde ich diesen Film nicht löschen.
Tiefkühl-Pizza kann man auch schnell selbst machen. Probier doch mal Gyros die sind viel besser

Tja, schade Schokolade. Trotz einer groß angelegten Image-Kampagne Supernova kann das „Laden sterben“ in Rendsburg nicht aufgehalten werden. Zwar atmet dieser CGI-Film den Geist der kleinen Pixar-Kurzfilme, offenbar kam er aber schlicht zu spät. Und was ist denn mit Dennis los? Sämtliches Testosteron wird von den Augenbrauen vereinnahmt, so dass für die Stimmbänder nichts übrig blieb? Toll aber sein(?) norddeutscher Zungeneinschlag. Die besseren Chancen bei Susi hat jedoch sicher Maurice. Maurice! Mo‘ Money, Maurice.

Platz 4: Stadtwerke Rendsburg

Beschreibung: http://www.stadtwerke-rendsburg.de – Die Stadtwerke Rendsburg GmbH ist ein zu 100 % kommunaler Energiedienstleister im Zentrum Schleswig-Holsteins. Mit 156 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 50 Mio. € sind die Stadtwerke im Bereich der Strom-, Gas-, Wasser- und Fernwärmeversorgung tätig.

Besser und professioneller machen es da schon die hiesigen Stadtwerke. Überhaupt ist alles und jeder in diesem Video professionell, hähä. Aber ich will mich überhaupt nicht beschweren, 90 % des Strombedarfs Rendsburgs wird von meiner Nachtspeicherheizung abgezwackt – und alles funktioniert tadellos. „Hätten Sie gedacht, dass Energie so aufregend sein kann?“ No way!

Platz 3: Rendsburg City Part II

Beschreibung: …Rendsburg City hat viele Geheimnisse. Um ein paar von ihnen auf die Schliche zu kommen, muss der Detective seine Beziehungen spielen lassen…

Vieles an diesem Video ist geheimnisvoll. Zum Beispiel: Wo ist Part I? Und wie geht es in Part III weiter? Dieser ist zwar verfügbar, aber… naja, ich guck ihn mir später an. Ganz sicher. Dieser Film ist übrigens der Oldie in dieser Liste. Er wurde vor 8 Jahren nochgeladen! Fun Fact: Sämtliche Darsteller sind wahrscheinlich längst tot sademoji

Platz 2: Nötigung durch Kampfautomobilisten

Beschreibung: Ein selbsternannter „Verkehrserzieher“ gefährdet und nötigt einen Fahrradfahrer.

Fahrradfahrer sind der Beweis, dass der Deutsche jede noch so simple Tätigkeit ideologisch aufzuladen vermag. Von allen Spralloszenen ist mir die der Radfahrer am wenigsten geheuer. In der Sache haben sie meist Recht, aber oft habe ich das Gefühl, dass sie nur deswegen freihändig fahren lernen, damit sie währenddessen in der Staßenverkehrsordnung lesen können. Nun habe ich auch seit einigen Wochen ein Fahrrad und kriege es mit der Angst zu tun, denn auch ich bemerke langsam Veränderungen an mir. Bis vor einer Weile hing dieses Schild auf meinem Weg zur Arbeit:

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Jeden Morgen wollte ich diesem Schild heftiger und bestimmter zunicken. Jawohl! denke ich: In einer Fahrradnation geht es nicht um ein Miteinander, nicht um ein Hintereinander, nein: Um ein Nebeneinander!

Platz 1: Cheyenne Club Rendsburg

Der Cheyenne-Club in Rendsburg. Feiern unter Freunden. Dieser Umstand scheint dann auch die bestimmende Unique Selling Proposition dieser, ja: Discothek, nicht Club, Discothek, zu sein. „Man kennt die Leute. Man ist unter sich. Feiern unter Freunden.“ „Man trifft hier echt jeden. Das Cheyenne ist so der Treffpunkt von allen Leuten. Wenn Du irgendwo hingehen willst, geh am besten zu Cheyenne.“ Zu Cheyenne? Richtig gehört. Korrekter schon der in ganz Deutschland verteilte Student, war ja klar: „Wenn man dann nach Rendsburg kommt, geht man in’s Cheyenne und trifft alte Leute wieder, aus der Schule oder teilweise aus dem Kindergarten.“ „Am besten gefällt mir Mittwochs die Feriendisco“, „Es ist sehr schülerfreundlich“, tatsächlich, die Befragten werden im Laufe des Videos immer jünger und besoffener. „Wie eine große Familie ist es hier“, sagen sie, während sie sich an ihre Schwester am Nebentisch ranmachen, wie es schon die Eltern taten, und sieht man in die Gesichter des Publikums, wohl auch mit Erfolg.

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Weiter geradeaus

Meine Superkraft: Ich kann in Musikvideos unscheinbare Orte wiedererkennen, die nur für ein paar Sekunden zu sehen sind. Jetzt schon wieder:

Ab ca. Sekunde 45 spielt das Video für ein paar Augenblicke in einem Imbiss, den ich als den Imbiss wiedererkenne, der am Kieler Zob, dem versifftesten Zob der Welt, steht. Ein Imbiss, vor dem meine Geliebteste und ich einige Male standen, in den wir uns aber nie reintrauten, so ganz geheuer sah der eben doch nicht aus. Ich möchte dem Besitzer aber kein Unrecht tun, das orange Interieur ist tatsächlich ganz schnieke, aber, alter Maklerspruch, „Lage, Lage, Lage“. Und eben naja.

Ist aber auch egal jetzt, denn seit heute wird dieser schreckliche Zob, den jemand im Größenwahn überdachen ließ (Tauben allewo), abgerissen. Passend zum Lied ist dieser mögliche Glücksmoment an uns vorbeigezogen, oder wir eben an ihm, und es hilft nichts, es geht nur noch geradeaus.

Und um ehrlich zu sein, fühle ich dabei gerade sehr wohl. Den Rückspiegel könnte ich genau so gut abschrauben, der nimmt doch nur Fahrtwind.

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