Weiter geradeaus

Meine Superkraft: Ich kann in Musikvideos unscheinbare Orte wiedererkennen, die nur für ein paar Sekunden zu sehen sind. Jetzt schon wieder:

Ab ca. Sekunde 45 spielt das Video für ein paar Augenblicke in einem Imbiss, den ich als den Imbiss wiedererkenne, der am Kieler Zob, dem versifftesten Zob der Welt, steht. Ein Imbiss, vor dem meine Geliebteste und ich einige Male standen, in den wir uns aber nie reintrauten, so ganz geheuer sah der eben doch nicht aus. Ich möchte dem Besitzer aber kein Unrecht tun, das orange Interieur ist tatsächlich ganz schnieke, aber, alter Maklerspruch, „Lage, Lage, Lage“. Und eben naja.

Ist aber auch egal jetzt, denn seit heute wird dieser schreckliche Zob, den jemand im Größenwahn überdachen ließ (Tauben allewo), abgerissen. Passend zum Lied ist dieser mögliche Glücksmoment an uns vorbeigezogen, oder wir eben an ihm, und es hilft nichts, es geht nur noch geradeaus.

Und um ehrlich zu sein, fühle ich dabei gerade sehr wohl. Den Rückspiegel könnte ich genau so gut abschrauben, der nimmt doch nur Fahrtwind.

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Wie ich zum ersten Mal seit zehn Jahren Fahrrad fuhr

Neulich kamen wir vollbeladen vom Einkauf zurück, und ich wohne in einer unendlich langen und langweiligen Straße, wie gesagt, auf ihr leben Krähen, so ruhig ist es. Dort entlang zu gehen ist jedesmal die reinste Tortur, weil man bis zum Horizont sieht und man an Dutzenden baugleicher Häuser vorbeikommt. Für junge Paare ist diese Straße der ultimative Test: Wer es durch sie schafft, sich aber trotzdem etwas zu sagen hat, schafft auch alles andere.
An dem Tag (also neulich, s. o.), wurde es aber doch kurzzeitig aufregend. An uns rannte ein Mädchen vorbei, dann etwas langsamer ein Junge mit einem Skateboard und dahinter ein wonneproppigeres Mädchen auf einem Fahrrad, sehr außer Atem. Während die ersten beiden Kinder nicht so im Stress wirkten, war das dritte leicht in Panik und sagte erst gar nichts, sondern sah uns fragend an. Dann doch: „Eeeeeh….“ – „Was ist denn los?“ – „Der da will sie schlagen!“ – „So richtig ernst?“ – „Ja!“ Und dann standen wir da ein wenig hilflos rum. Die anderen beiden waren schon wieder 100 Meter weiter und wenn ich jetzt einfach hinterher renne, hätte ich mich lächerlich gemacht, gesprintet bin ich seit 15 Jahren nicht mehr. Außerdem: Erwachsener Mann rennt fremden Kindern hinterher, ich weiß nicht. Freundin wusste auch nicht. Aber: Dann lag da ein umgefallenes Fahrrad, so ein 24er-Mädchenfahrrad. „Gehört das ihr?“ – „Ja.“ Also tat ich das nächstlächerliche, ich schwang mich auf das viel zu kleine und viel zu bunte Fahrrad, um den anderen zu folgen. Weil, selbst wenn alles ganz anders ist, zumindest muss das Mädchen dann nicht mehr den ganzen Weg zurücklaufen, um sein Fahrrad zu holen. Ich fuhr nicht nur im Affenzahn, sondern im Affengebiss, vielleicht kam es mir auch nur durch das kleine Fahrrad so vor, jedenfalls hatte ich die beiden schnell eingeholt und in die Runde gefragt, was denn eigentlich los sei. Dann kam das ganze Gerede von „Sie hat mich den ganzen Tag geärgert und fertig gemacht“, „der soll mich einfach in Ruhe lassen“, „letztes Mal hast Du aber“, ich habe irgendwann abgeschaltet. In eine Schlägerei wäre das nicht ausgeartet zwischen denen, und wenn wüsste ich nicht, wer gewonnen hätte. Danke für nichts, Panikmachekind.
Dem Mädchen gab ich sein Fahrrad zurück, da hat sie erst gemerkt, dass ich auf eben jenem angeradelt kam, sich bedankt und fuhr zurück in die Richtung, aus der alles entsprang. Mit dem Jungen musste ich mir noch ein Stück Weg zurück teilen. Wie gesagt ist dies die langweiligste Straße der Welt, aber immerhin hatten wir uns auch etwas zu sagen. „Seid ihr in einer Klasse?“ – „Ich werde die so haten, so fertigmachen!“ – „Schlaf erst nochmal drüber.“ – „Ich werde sie nicht schlagen, Mädchen schlägt man nicht. Aber ich kenne eine, die macht das für mich, die ist stärker als die meisten Jungs“ usw. aber irgendwann bog er ab und am Horizont wartete meine Freundin mit den Einkaufstaschen und ich dachte, das war ja mal eine ganz alberne Heldennummer, bei der man seine Freundin mit x Taschen im Nieseldies stehenlässt.

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Zornibold is anger, Zornibold is angst

Unter meinem letzten Blogeintrag erschien ein Kommentar, und als ob das nicht schon verrückt genug wäre, ist dieser auch noch so bizarr komisch, dass ich ihm eine größere Bühne geben möchte. Es kommentiert Robert der Wieherbuh:

I was only nine years old. I loved Zornibold so much, i had all the tablegames and colouring books.

I pray to Zornibold every night before bed, thanking him for the life I´ve been given.

“Zornibold is anger” i say; “Zornibold is angst”.

My dad hears me and calls me a faggot. I know he was just jealous of my devotion for Zornibold.

I called him a cunt.

He slaps me and send me to go to sleep.

I´m rying now, and me face hurts.

i lay in bed and it´s really cold.

Suddenly, a warmth is moving towards me.

it´s Zornibold.

I am so happy

He whispers into my ear : Don´t be so zornig meine deutsche kleine Wehrmachtbengel, ill calm you down”

he grabs me with his slender soft deutsche gnome hands and puts me down onto my hands and my knees

I´m ready

I spread my ass- cheeks for Zornibold

He penetrates my butt-hole.

it hurts so much but i do it for Zornibold

i can feel my butt tearing as my eyes start to water

i push against his force

i want to please Zornibold

He chirps like a little woodland creature as he fills my butt with his ZORN

My dad walks in

Zornibold looks him straight in the eyes and says “dont be so ZORNIG mein Junge Mann, look what i have become, im fucking ZORNIG right now”

Zornibold leaves throug the window

Zornibold is anger, Zornibold is angst.

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Die unvermeidliche Rückkehr des Zornibold

Eine Weile war ich mir sicher, genau das zu suchen, aber jetzt, wo ich es gefunden habe, ist der Rasen nebenan vielleicht doch wieder grüner. Ich wohne also in einer Straße, in der noch weniger los ist als in der Stuttgarter Neckarstraße. Sie ist ebenso lang, man kann ihr hunderte Meter hinterher schauen, ohne, dass sich die Architektur verändert. Und obwohl sie sich als viel befahrene Hauptstraße gibt, fährt dort praktisch niemals jemand lang. Nach etlichen Jahren Baustellenpsychoterrors war es doch das, was ich wollte. Und jetzt fehlt mir das Großstadtflair fast schon wieder ein wenig. Aber andererseits: Natur pur! Und zwar wohnt mitten auf der Straße eine Krähe. Ich weiß nicht, was für eine Krähe genau, ich denke mal eine gewöhnliche Rabenkrähe. Oder ja eben nicht gewöhnlich, sie wohnt schließlich mitten auf der Straße! Die ersten Tage ist sie mir natürlich nicht aufgefallen, ich merke mir ja kaum Menschen, und Vögel gleichen sich ja wie ein Ei dem anderen. Logisch, ne? Aber irgendwann doch: Da ist diese eine Krähe, die immer auf der Straße vor dem Sportplatz „abhängt“. Sie steht mitten auf der Straße und tut auch gar nichts besonderes. Wahrscheinlich verteidigt sie ihr Revier durch eine besondere Kopfbewegung, die sind ja sehr schlau und das erkennen wir alles gar nicht. Ich habe jedenfalls noch kein Foto von der Krähe gemacht, aber ihr wisst ja, wie Krähen aussehen. Es sind halt Vögel, die sind sich von der Grundstruktur alle sehr ähnlich.

Vogel (Symbolbild)

Vogel (Symbolbild) Foto: M Kuhn, CC

Gut wäre, wenn die Krähe einen Namen kriegen würde. Ich könnte sagen, Vorschläge bitte in die Kommentare, aber: Nachdem ich meine alte Blogdomain aufgegeben habe und diese sofort, naja, seht selbst: socialissuesandstuff.com, also jedenfalls ist meine RSS-Abonnentenzahl in Feedly von 60 auf 4 geschrumpft. Weil’s halt keiner gelesen hat! Darum gibt’s keinen Namen. Der Krähe wird’s egal sein. Sie hat bestimmt einen urbanen Straßennamen. WEIL SIE AUF DER STRAßE LEBT, HERRGOTT! Man wird ja wohl noch sagen dürfen… Mehr gibt es zu der Krähe auch gar nicht zu erzählen. Aber bemerkenswert, dass das erste wiederkehrende Gesicht außerhalb der Arbeit, mit dem ich mich hier vetraut mache, einen Schnabel hat.

Ach ja, der Blogtitel: Komisch, dass er nie hier erwähnt wurde, denn Zornibold war einst ein geflügeltes Wort in meinem Leben. Ich weiß schon kaum noch, warum eigentlich, irgendwann stand der Name einfach in unserer Wohnung und weil er so lustig klang, ging er auch nicht wieder weg. Damals war die Wohnung voll mit pädagogisch wertvollen Büchern zum Thema Gefühle, und Zornibold ist da wohl ein ganz großer Star (wobei ein Star im Vergleich zur Krähe eher klein ist). Ich persönlich finde die Vermittlung von Gefühlen mittels Zornibold, Freudibold und Bibberbold ja ein wenig holzhammermäßig. Viel Glück mit dem Literaturnobelpreis *facepalm* Ich dachte die längste Zeit, Zornibold hinter mir gelassen zu haben, als mir heute auf der Arbeit folgendes ins Regal rutschte:

2014-08-18 12.20.54

Da wurde ich schon ein wenig Heulibold. Oder kurz: Heuli.

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I walk the line

So ist das, wenn man nach Norddeutschland zieht: anders als Kitsch geht gar nicht. Jede Beschreibung des Ist-Zustandes ist auch gleichzeitig Metapher für irgendwas. Ja, ich bin tatsächlich an ein neues Ufer gezogen, die Horizonte sind hier nunmal weit usw. was soll ich machen? Jedenfalls, Rendsburg! Zuletzt war ich hier vor zwei Jahren, hatte aber wenig gesehen, weil: Durch die ganze Stadt zieht sich eine blaue Linie auf dem Boden, der ich damals prompt und im Stechschritt gefolgt bin, um ihrem Geheimnis auf die Schliche zu kommen. So fixiert war ich von ihr, dass ich überhaupt nicht nach links oder rechts schaute (lyrische Übertreibung, aber sonst funktioniert die Pointe nicht). Hinterher stellte sich heraus, dass die blaue Linie wohl an den Sehenswürdigkeiten von Rendsburg vorbei führt, die ich dann natürlich verpasst habe. Auf die Idee muss man erst einmal kommen: Dem potentiellen Touristen vorgeben, auf welche Weise er eine Stadt zu entdecken habe. Also ob das nicht gerade auch ein Reiz des Städterkundens sei, ein wenig verloren zu gehen, ab und zu eine Karte zu konsultieren, sich ansonsten aber von den Einflüssen der Stadt selbst treiben zu lassen, „da, dieser Winkel, der sieht schön aus, da gehen wir jetzt mal lang“. Stichwort Serendipität, Leute. Der Glückstreffer beim ziellosen Stöbern ist ein Wert für sich. Habt Vertrauen in eure Stadt, sie scheint mir nach den ersten paar Tagen des hier wohnens durchaus ansehnlich. Der Kanal, die Eider und ihre vielen kleinen Abzweigungen machen Rendsburg fast zum „Venedig des Nordens“ (gut, so wie auch Amsterdam, Berlin, Brügge, Emden…). Rendsburg ist eine wunderschöne Stadt. Ihre Erbauer haben die Sehenswürdigkeiten aber nicht an einer Schnur entlang und Touristenbedürfnissen folgend gebaut, und so schlängelt sich die Linie plemplem und zickzack irgendwie so durch die Gegend, und das nicht dezent, sondern HÄSSLICH HÄSSLICH HÄSSLICH und aufdringlich. Konsequenter wäre im Übrigen eine blaue(!) Linie, die feierlaunige Menschen abends sicher von Kneipe zu Kneipe führt.

Ohne jetzt, haha, Parallelen ziehen zu wollen, aber mich erinnert die Linie an die Monorail-Episode der Simpsons. Irgendein Stadtmarketingexperte hat eine Idee, verkauft sie eloquent, worauf sie beklatscht und dann von denselben Händen durchgewunken wird. Und Rendsburg wird zu einem zweiten Northern Haverbrook, andere Städte machen diesen Quatsch jetzt nach, weil offensichtlich von denen keiner hier her gefahren ist, um sich das mal anzugucken.

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Manche Bücher sind gleicher als andere

Vor ziemlich genau einem Jahr steckte ich in der Konzeption meiner Bachelorarbeit, deren Titel immerhin schon feststand: „Einflussnahme lokaler Politik auf öffentliche Bibliotheken in den 1980er Jahren“. Darin sollte es in etwa um die Einflussnahme lokaler Politik auf öffentliche Bibliotheken in den 1980er Jahren gehen. Ein Feld, das bis dato relativ unbeackert schien, und auf dem man sich mit dem Traktor der wissenschaftlichen Erkenntnis (häh?) also auch ein wenig austoben kann. Wie das im Bereich dieser Nischenarbeiten ist, man stößt dann doch immer wieder auf dieselben Namen. Unter anderem habe ich mich irgendwann mit Gerhard Zschau in Verbindung gesetzt, der mittlerweile auf dem noch jungen aber sehr lesenswerten Blog Gehzet das Selbstverständnis von Bibliotheken als Bildungseinrichtung und Demokratiemanufaktur beleuchtet.

Die Arbeit wurde irgendwann fertig, und man kann sicher viel über sie meckern. Da muss man nur mal meine Prüfer fragen, ha. Ein Blick in die Gegenwart und Zukunft der Souveränität von Bibliothekaren gegenüber der Verwaltungsspitze, wegen der ich Zschau überhaupt erst angesprochen hatte, hat es zum Beispiel nicht mehr in die Arbeit geschafft. Etwas ist aber auch gut an ihr: Sie ist denke ich auch für den Laien sehr interessant. Die Beispiele sind lebensnah, gesellschaftlich relevant, zum Teil sogar amüsant, sie versprühen 80er-Jahre-Kolorit. Außerdem gibt es Sex, politische Intrigen und Ränkespiele. Im Grunde ist es ein wenig wie Das Lied von Eis und Feuer!

Mit Zschau blieb ich aber im losen Kontakt, man hat sich ausgetauscht und irgendwann kam die Idee auf, sich doch mal im Rahmen eines Interviews über das Selbstverständnis von Bibliothekaren zu unterhalten, die sich sowohl vor Nutzern als auch der Verwaltungsspitze für jede Medienanschaffung (oder deren Ausbleiben) rechtfertigen müssen. Es ist ein recht langes Gespräch geworden, aber eben auch ein sehr interessantes, in dem wir auf die einzelnen Fälle meiner Arbeit eingehen, auf ein weitgehend entpolitisiertes Studium, problematische Autoren wie Thilo Sarazzin, Udo Ulfkotte oder Eckhart von Hirschhausen undundund.
Zum Lesen bitte hier entlang: „Da wurde viel Fantasie bewiesen“ auf gehzet

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Abfallkalender

abfallkalender

Irgendwann im Oktober wird dieses Blog auch schon wieder acht Jahre alt. Damals unter dem Namen Abfallkalender gestartet, weil ein eben solcher gerade neben mir auf dem Schreibtisch lag und Blogs damals irgendwie so zu heißen hatten. Ich glaube, schon ein oder zwei Jahre später hatte ich keine Lust mehr auf den Namen und vor allem die lange Gratis-URL mit .wordpress.com hinten dran. Also hieß es fortan socialissuesandstuff.com, was ICH deswegen hier wahnsinnig komisch fand. Ich weiß nicht mehr, wann das war. Zu der Zeit hat man noch bei Spreeblick kommentiert, und weil socialissuesandstuff in jedem Spamordner der Welt landet, habe ich immer die alte URL im Adressfeld angegeben. Man konnte diese Seite stets auch unter der alten URL https://abfallkalender.wordpress.com aufrufen. Stichwort Domainmapping (WAS HEISST DAS, ICH HABE KEINE AHNUNG!?). Nun hat sich bereits nach wenigen Monaten eine fundamentalistische Fanbase gebildet und alle zwei Personen, die mich außerhalb meines Blogs je auf mein Blog angesprochen haben, sagten mir, dass sie immer noch über die alte Adresse reingingen. Ich denke, die Testphase kann nun abgeschlossen werden und nach statistischer Auswertung der Evaluation komme ich zu dem Ergebnis, dass weiterhin die alte Adresse gewünscht wird. Da passenderweise dieser Tage das Abonnement ausläuft und ich keine 15 Dollar im Jahr für eine URL ausgeben möchte, die kein Mensch will, gilt wohl am Mitte März wieder ganz offiziell die alte URL und socialissuesandstuff.com funktioniert nicht mehr. Darüber hinaus wird im Zuge der Umstellung auf das SEPA-Überweisungsverfahren das Kontosystem auf IBAN und BIC umgestellt. Sie müssen sich jedoch um nichts kümmern!

Genug der Formalitäten. Wir haben nicht mehr 2006 und man sollte sich jetzt keine Hoffnungen machen. So freundlich naiv, lebensfroh und bunt, so persönlich und nah wie damals wird das Blog wohl so schnell nicht mehr werden. Musiktipps sind das Rückzugsgefecht derer, die selbst nicht viel zu erzählen haben. Also empfehlen sie andere Menschen, wie sie davon singen, sich in noch anderere Menschen verliebt zu haben. Das kann man sich gemütlich von außen anhören und läuft nicht Gefahr, sich selbst zu entblößen/entblöden. Und in letzter Zeit gab es hier ja fast nur noch sowas und mir gefällt das nicht unbedingt. Ich werde das Blog nicht aufgeben, niemals, aber wie es bei Foto- oder Boybandalben so ist, mit jeder Ausgabe „wird man erwachsener“. In diesem Sommer findet eine WM statt und ich erinnere mich, wie wir 2010 über Vuvuzelas vor dem Schlafzimmerfenster gelacht haben und wie sehr ich sie eigentlich vermisse und dass ich denke, dass die Vuvuzelas doch bestimmt vor 9/11 waren, aber das waren sie überhaupt nicht. Aber trotzdem Lebensfreude wie in den 90ern! Und die gibt es hier halt nicht mehr, und nur weil das Blog jetzt heißt wie damals, ändert sich daran halt nichts. Dass da keine falsche Erwartungshaltung aufkommt.

Persönliches Ziel ist es daher, in den nächsten vier Jahren so alt und wunderlich zu werden wie dieser Mann. Das wäre dann pünktlich zur nächsten WM. Hit it Joe!

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