Eine kurze Geschichte Flensburgs

Urkundlich wurde Flensburg erstmalig auf einem Bierdeckel im Jahre 1888 erwähnt. Zunächst noch großflächiges Ackerland an der Ostseeküste, entstand auf der ehemaligen Mark Tenderei zunächst eine Brauerei mit angeschlossener Kneipe, an die sich ein Kiosk anschloss und dann auch schon der erste Puff. Inhaberin war die schon damals alte Beate Uhse. Weil Florian Ensensberg, damals Stammgast in allen drei Örtlichkeiten, seine Bierrechnung nicht begleichen konnte, schrieb er sein Kürzel, wenn auch falsch, auf eben jenen Bierdeckel: Fl. Ensburg *hicks* Von nun an ging es mit der Stadt bergab, was für die noch junge Stadt in der Schleswig-Holsteinischen Niederung eine beachtliche Leistung war (die ihr auch gleich einen Eintrag ins Guinness‘ Buch der Rekorde eintrug, jedoch getilgt wurde, da sich Guinness und die Flensburger Brauerei spinnefeind waren).

An Persönlichkeiten brachte Flensburg vor allem Straßenmusiker mit witziger Kleidung hervor.

Bereits drei Tage nach Gründung verstarb Ensensberg. Dem Stadtgründer zu Ehren wurde er unter einem Sandhügel vergraben, der sich zum Sandberg erhob und den höchsten und unwegsamsten Punkt Schleswig-Holsteins markiert (durch einige ganz und gar unwahrscheinliche Zufälle ist dies auch der derzeitige Wohnsitz des Chronisten). Die Stadt hat man außerdem fortan Flensburg genannt. Eine eigentliche Flensburg hat es jedoch nie gegeben.

Eine große Industrie konnte sich jenseits der nunmehr Flensburger genannten Brauerei nie etablieren, stattdessen verordneten die Stadtplaner, weitere Kioske aneinanderzureihen und diese mit einem Straßennetz zu verbinden. Ein jüngerer Bruder Florian Ensensbergs, Fidelius Ensensberg, war mittlerweile nach Italien ausgewandert und nurmehr ein entfernter Verwandter. Seinerseits pflegte er Bierdeckel unter seinem neuen Namen Fi. Bonacci zu unterzeichnen und war ansonsten ein brauchbarer Mathematiker. Seinen Plänen nach wurden die Kioske seit Beginn des 20. Jahrhunderts in der Fibonacci-Folge angeordnet, so dass die ersten beiden Kioske zunächst noch direkte Nachbaren waren, dann aber schon die erste Nazi-Wikingerkneipe folgte, dann ein weiterer Kiosk, dann eine Nazi-Wikingerkneipe und ein Puff, wieder Kiosk, Puff, Nazi-Wikingerkneipe und Tattoo(-und Marketenderwaren)-Shop usw. bis hin nach Rom, denn alle Wege führen nach Rom.

Dies gilt insbesondere für Flensburg, denn eine weitere Eigenheit ist es, dass man für jedes Ziel, das angestrebt wird, lediglich geradeaus gehen muss. Wie erwähnt müssen auf jeden Fall diverse Berge und Hügel überquert werden, aber abgesehen davon: immer geradeaus.

Aus Protest gegen die kurzlebige Alkoholprohibition vom 30. April 1936 – abends (Tanz in den Mai) schmissen die Dorftrunkenbolde ihre Schuhe auf Wäscheleinen, die im italienischen Stil (Fibonacci!) zwischen die Häuser gehängt wurden. In einer Stadt, deren Bierproduktion nur vom Bierkonsum überboten wird, war das Ausschankverbot tatsächlich eine der dümmeren Ideen.

Flensburg war stets ein Spielball zwischen Deutschland und Dänemark. In zahlreichen Kriegen wurde erbittert um die Stadt und seine Ressourcen gekämpft. Dies hatte selbstverständlich Auswirkungen auf seine Bewohner. Die Erfindung des Fischbrötchens ist beispielsweise darauf zurückzuführen, dass eine zeitlang beinahe wöchentlich zwischen Hot Dog und geräuchertem Fisch als Traditionsgericht gewechselt wurde. Um diesem steten Wechsel Einhalt zu gebieten, wurde das Fischbrötchen als Kompromiss entwickelt.

Letztendlich konnte sich Dänemark durchsetzen, so dass Flensburg nun wohl endgültig ein Teil Deutschlands bleiben dürfte.

An Persönlichkeiten brachte Flensburg vor allem Straßenmusiker mit witziger Kleidung hervor.

Die Menschen gelten gemeinhin, typisch norddeutsch, als zurückhaltend und wortkarg. In Flensburg sind sie darüber hinaus noch sehr geizig. Während im Rest der Welt angenommen wird, der Ausspruch Up ewig ungedeelt meine das untrennbare Band zwischen Schleswig und Holstein, beharren die „Flensburger“, wie sie sich salopp selbst nennen, darauf, dass mit diesem Spruch das ewige Band zwischen dem Trinker und seinem Bier gemeint ist. Es gilt allgemein als verpönt, seinen Sitznachbaren um einen Schluck Gerstensaft zu bitten. Die Sprache der Einwohner Flensburgs ist zwar dem Deutschen sehr ähnlich, so dass man beinahe alles versteht, jedoch hat sich im Laufe der Zeit ein eigener Dialekt entwickelt, der durch zahlreiche *Plop*-Geräusche erzeugt wird.

Beim jährlichen Kinderfischen erhalten die Jüngsten der Stadt kleine Kescher, um damit Schmuckstücke, abgetrennte Finger oder Glasscherben aus der Freiluftgäranlage der Brauerei zu fischen. Weil hierbei stets allerhand zutage gefördert wird, wird dieser Bereich Flensburger Förde genannt.

Da in den letzten 40 Jahren keine weitere Entwicklung intellektueller oder infrastruktureller Natur festzustellen war, kann die Geschichte Flensburgs heuer als abgeschlossen und diese Chronik als endgültig angesehen werden.

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2 Antworten zu Eine kurze Geschichte Flensburgs

  1. Matt schreibt:

    Genial und sogar nur knapp an der Realität vorbei. 😉

  2. Pingback: Abschließendes: Flensburg – Lübeck – Haßfurt – Bamberg – Stuttgart | social issues and stuff

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