3 Geschichten zum 11. September

Gestern twittere Regierungssprecher Steffen Seibert, dass Angela Merkel Obama zum Tenth Jahrestag von Nine Eleven ein Telegramm geschickt hat. Ich bin dem Link nicht gefolgt, das Telegramm ging wahrscheinlich Afghanistankrieg STOP Irakkrieg STOP Terrorgesetze STOP, denn so sehen Telegramme doch aus, oder nicht? Hauptsache schnell. Warum hat sie ihm nicht einen schönen Brief geschrieben, Zeit war ja. „Lieber Barack, wie geht es Dir? Mir geht es gut…“ Heute muss alles so schnell und lieblos sein.

Es zeichnet sich bereits ab, dass auch die mediale Aufbereitung des morgigen Tages irgendwie hektisch sein wird. Wir sehen tausend mal Bilder, die wie zuvor schon tausend mal gesehen haben. Immer diese Flugzeuge. Die Flugzeuge und die Gebäude, das ist doch alles so unwichtig. Es geht auch anders.

Die Mitarbeiter von StoryCorps, deren erklärtes Ziel es ist, zu jedem Menschen, der an diesem Tag starb, eine Geschichte zu finden, haben drei kurze und sehr persönliche Filme veröffenlicht, die mir näher gehen als alles, was ich in den letzten 10 Jahren zum Thema gesehen habe. Warum es dafür animierte Filme braucht, weiss ich auch nicht:

[via Videogum]

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Social Issues & Stuff veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu 3 Geschichten zum 11. September

  1. MuGo schreibt:

    Meine Erfahrung zeigt, dass geschichtliche Ereignisse besser zu erfassen sind, wenn man die Geschichten ganz normaler Menschen, die sie erlebt haben, hört. Die Identifikation ist einfach viel größer.

    Nur leider dominiert in Deutschland Guido Knop mit seinen nichtssagenden „Oh mein Gott, war das schlimm!“-Dokumentationen, in denen irgendwelche nichtssagende Zahlen und Daten runtergebetet werden statt einfach mal einen ganz normalen Deutschen zu Wort kommen zu lassen, der erzählt, warum er Hitler geil fand. Wäre auf jeden Fall aufschlussreicher als zu erfahren, dass Freisler ein Arsch und Speer wunderlich war – um das herauszubekommen reicht Wikipedia, da braucht man sich keine ZDF-Dokus angucken.

    Mein Tipp zum 11. September: „11. September – Die letzten Stunden im World Trade Center“, eine Dokumentation von zwei französischen Brüdern, die eigentlich einen Film über einen New Yorker Feuerwehrmann in der Ausbildung machen wollten. Die beiden begleiten unabhängig voneinander die Feuerwehrleute zum World Trade Center und liefern damit ein sehr eindrucksvolles Dokument, was nah an den Menschen bleibt. Für mich DER Film zum Thema.

  2. Sebastian schreibt:

    Gibt’s auf YouTube, sehr gut. Danke für den Hinweis.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s