Lineare Lebenserörterung

Frühlingszeit ist Prüfungszeit! Es ist mir eine schöne Tradition geworden, mich jedes Jahr in irgendetwas prüfen zu lassen. Mittlerweile gehen mir die Schuloptionen aus, aber einen hab‘ ich noch: die Fachhochschulreife! Auch da bin ich jetzt mittendrin, und auch deswegen ist es hier ein wenig ruhiger geworden. Deutsch liegt meilenweit hinter mit, die Aufgabe war es, sich mit einem hanebüchenen Kommentar Stefan Geigers in der Stuttgarter Zeitung auseinander zu setzen. Mein Grundgedanke war, im Kern, dass Verbote nicht der Vernunft des Menschen widersprechen, sondern ein Beweis für eben diese sind, da wir falsches Verhalten vorher als solches definieren und Sanktionen androhen können, statt stupide auf eben falsches Verhalten zu reagieren. Desweiteren war seiner Angst vor dem Faschismus insofern zu widersprechen, dass er einem mehr oder weniger seit 60 Jahren bewährtem System ein dogmatisch-libertäres gegenüberstellt, dass in seiner Radikalität viel gefährlicher ist, und in Zeiten überlanger Schrebergartenverordnungen auch nicht durchsetzbar. Normal, dass ich den Link zum Kommentar auf einem FDP-Blog fand. Man darf gespannt sein, wie es ankommt. Englisch wird gleichsam „easy“, Mathe wird ein derartiges Desaster, dass ich mir keine großen Gedanken drum mache, und lediglich in Bio liegt es an mir ob nun „hopp“ oder „topp“, weswegen da tatsächlich noch viel zu tun ist.

***** (was siehst Du? 5 Sterne!)

Pläne für danach sind selbstverständlich geschmiedet. Um nicht noch tiefer in den 9 to 5-Sumpf zu sinken, wird wohl erst einmal studiert. Mit 29 ist man da im besten Alter. Auf Fachhochschulen sind klassische Bummelfächer wie Soziologie oder kreatives Fimoplast rar gesät, aber Bibliotheks- und Informationsmanagement klingt tatsächlich recht spaßig, da könnte ich sogar Elan für entwickeln. Gibt auch Master hinterher, das heißt, die Zeit zur Rente ist soweit geplant.

*****

Aber dennoch, die Zwänge gehen auch an mir nicht vorbei. Um das ganze finanziell ein wenig zu unterfüttern, arbeite ich nebenher ein wenig. Und zwar bestäube ich seit einiger Zeit als Nachrichtendrone den Newschannel auf Winload.de. Das soll an dieser Stelle einmal nicht verschwiegen werden. Für den Smartphone- Technik- und Internetkulturinteressierten Menschen ist das vielleicht auch gar nicht so uninteressant.

*****

Für die Recreation habe ich dann mal wieder bei einem Gewinnspiel teilgenommen. Das taz-Popkulturblog Monarchie & Alltag hatte ein paar Karten für den American Folk-Barden William Fitzsimmons zu vergeben. Als wahrscheinlich einziger Teilnehmer aus dem Stuttgarter Raum habe ich gleich mal abgeräumt. Schön!

*****

Schöner Dialog meine Bestellung eines HTC Desire betreffend:

„Auftragsstatus: Bei der Bearbeitung Ihres Datentarifantrags haben sich Rückfragen
ergeben. Bitte setzen Sie sich mit unserem Kundenservice in Verbindung.“

…*in Verbindung setz*

15 Minuten später:

„Sehr geehrter Herr Sachse,

die Email haben Sie aufgrund eines
Datenübertragungsfehlers von uns zu Ihrem Provider erhalten. Ihr Antrag
befindet sich weiter in der Bearbeitung. Bitte ignorieren Sie diese.“

Jetzt ist die Statusmeldung nach wie vor, dass ich mich mit denen in Verbindung setzen soll. Es ist vielleicht die gleiche, vielleicht auch eine aktualisierte Fassung, die wirklich mich meint. „Man weiss es nicht.“ (Raab)

Aufgabe 1: Geben Sie den Text in eigenen Worten wieder.

Aufgabe 2: Setzen Sie sich kritisch mit dem Text auseinander. Wie könnte ein alternatives Ende für Homo Faber aussehen?

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7 Antworten zu Lineare Lebenserörterung

  1. Leon Hartner schreibt:

    😀 danke für das Auspackvideo *zump

  2. Otter mit Schal schreibt:

    Die FH Heidelberg hat auch so lustige Sachen wie Musiktherapeut im Angebot. Bibl.-Inf.-Management soll in der Realität dröge sein. Ich kenne jemanden der es gemacht hat, und der sitzt nur rum. Das könnte allerdings auch Spaß machen, weiß ich nicht.

  3. Pingback: Passt schon « die spielplatztaube

  4. Sebastian schreibt:

    Nur rumsitzen, da sind wir doch genau da, wo ich hin will. Als Planstelle der Gemeinde vergessen werden und ungestört in einem verstaubten Büro einer keinen Bibliothek vor mich hin verwalten/oxidieren.

    Zur Musiktherapie fehlt mir leider jegliches Talent. Vor allem eben musikalisches.

  5. Otter mit Schal schreibt:

    Verwalten könnte auch bedeuten Bücher einbilden, reparieren und in die Regale stellen. Hast du handwerkliches und sportliches Talent?
    Beim Rumsitzen kannst du dich bequem durch die ganze Bibliothek lesen, die Zeit hast du dann vermutlich. Wenn ich an die Bibliotheksleute von meiner Uni-Bibliothek denke, mussten die nämlich auch zu jedem Thema etwas erklären können. Das ist neben rumsitzen die Hauptaufgabe, wie ich es verstanden habe.

  6. Stinky Pie schreibt:

    Darf man fragen, wo du deine FH- Reife absolviert hast? Mein Bruder ist nämlich mit seiner neuen Schule gar nicht zufrieden und möchte wechseln (wir wohnen in Stuttgart)

    Danke, wäre super lieb! *g*

  7. Sebastian schreibt:

    Hey,

    also ich war in der Mathilde-Planck-Schule in Ludwigsburg. Vom Stuttgarter Bahnhof sind das zwanzig Minuten S-Bahn und dann dort nochmal zehn Minuten Bus. Gegen den Unterricht kann man nicht viel sagen, ich war jedenfalls zufrieden.

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