Schreiben

Steffi:

Kaum bin ich keine Erzieherin mehr, lese ich wieder ganz viel, habe ich doch abends nach der Rückkehr nach Hause den Kopf frei mich auf die fiktiven Szenen einzulassen, die hier geschildert werden. Ich muss sagen, ich hab ganz vergessen wie sehr ich es doch geniese in die fremden Welten einzutauchen, die sich zwischen den Zeilen so mancher Bücher verbergen.

Auch an meinen Träumen kann ich das spüren, denn wenn ich viel lese, verändern sie sich. Sie sind nicht weiter der Spiegel des vorangegangenen Tages.
Die Schauplätze werden interessanter, die Zusammenhänge überraschender, die Ideen faszinierender und wenn ich aufwache, habe ich das Gefühl ein Abentteuer erlebt, eine eigene Geschichte entwickelt zu haben. Welch Glück ist es da, dass ich mich noch sehr oft an meine Träume erinnere, oder zumindest an Teile davon.
Kurz nach Augenaufschlag fängt dann das Denken wieder an und sobald der Traum durch das Bewusstsein gelaufen ist, die Überlegung, da müsste ich doch was drüber schreiben können. Da müsste sich doch was draus machen lassen. Und auf einmal habe ich wieder diesen unglaublichen Wunsch in mir mal wieder etwas zu schreiben.
Etwas zu Papier zu bringen, dass aus mir selbst heraus entsteht. Etwas zu entwickeln, dass sich während des Schreibens ergibt. Es sollen sich Figuren auftun, Handlungen ergeben, interessante Orte auftun, aber nicht im Schlaf, kaum aufgewacht schon wieder halb verflossen, sondern auf dem Papier, so dass ich diese Geschichte weiterführen kann, wann immer es sich ergibt. Es soll fließen so wie die Bilder fließen, wenn ich lese, was andere schrieben, es soll so sein, wie ich mich fühle, wenn ich aus einem dieser Träume erwache, in denen eben all das passiert.

Und ich muss sagen, früher, früher konnte ich das mal. „Ich schreibe für mich Geschichten“ sagen viele und so ich auch, doch irgendwie ist das verloren gegangen, inzwischen funktioniert es noch nicht einmal mehr eine Kurzgeschichte zu formulieren, wo mir es doch früher so leicht fiel in eigens erdachten Handlungen aufzugehen.
Irgendwas jedoch hat sich in meinem Denken verändert, so dass ich, bringe ich die Worte zu Papier, nicht mehr einfach die Welt dahinter sehe, sondern auch immer in meinen Gedanken mitschwingt, ob man das überhaupt so lesen kann, ob das überhaupt verständlich ist, ob das spannend und interessant, ansprechend oder sonstwie genannt werden kann, oder ob es von Anfang an eigentlich ein unsinniges Unterfangen ist diese Geschichte zu formulieren, fehlt mir doch das nötige Konzept und die Fähigkeit es durchgehend rund und mitreisend zu gestalten.

Die Frage ist jedoch, warum? Denn so gerne würde ich wie früher eine eigene Welt erfinden und eigene Figuren darin handeln lassen. Wenn es nachher keiner liest, ist es doch eigentlich erst einmal egal, war es doch auch schon früher so, dass das Schreiben selbst es war, das mir solch eine Freude gemacht hat.
Schreiben, einfach nur schreiben, um zu schreiben.
Der Rest ergibt sich dann schon…
Aber irgendwie geht´s so einfach nicht mehr.
Mööp.

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Eine Antwort zu Schreiben

  1. Muriel schreibt:

    Witzig. Ich habe das umgekehrte Problem.

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