Ich hatte einen Parkplatz am Fuße des Teckbergs

Wir machen Ihnen ein Angebot, sie kriegen 345 Euro im Monat Hartz IV und dafür halten Sie die Klappe – Schweigegeld. Und wenn Sie die Klappe aufmachen, dann mittags im Fernsehen, wo Sie mit Ihresgleichen im Fernsehen rumproleten können. Wir werden Ihnen alles nehmen, nur den Fernseher nicht, egal wie groß er ist. Nur werden wir dafür sorgen, dass dort nichts relevantes läuft, was ihren Alltag in irgendeiner Weise stören wird. Alle 4 Jahre verantstalten wir Wahlen, damit es so aussieht, als würden wir uns für ihre Meinung interessieren, damit es so aussieht, als würde sich überhaupt irgendetwas ändern. Alle 2 Jahre ein sportliches Highlight, damit das kollektive Dahinsiechen vom kollektiven Freudentaumeln übertüncht wird. Und zwischendurch schicken wir Peer Steinbrück in die Prärie hinaus, das rhetorische Fallbeil der Bundesregierung, wo er über Indianer herfallen kann, um vom eigenen Versagen abzulenken. Und wenn Sie das alles als gottgegeben gefressen haben: ihre Arbeitslosigkeit und 1,6 Billionen Euro Staatsschulden, dann kürzen wir Ihnen die Bezüge, damit sie sehen, wie schön Sie es vorher hatten. Und sollte dann noch einer die Klappe aufmachen, dann haben wir in der Hinterhand immer noch den internationalen Terrorismus. Dann kommen wir mit Turban und langem Bart, und dann machen wir Ihnen so lange Angst, dass es Ihnen durch Mark und Bein fährt und spätestens dann fressen Sie uns aus der Hand. Ich wünsche Ihnen eine glückliche Zukunft. Toi Toi Toi!

Christoph Sieber stach deutlich positiv aus einem ansonsten eher banalen „Satire Gipfel“ (sic!) hervor (hier ab ca. Minute 18) und hat mit seinem Auftritt beeindruckt. Zurecht befürchtet wurde das Gastspiel von Markus Maria Profitlich, der immer noch so lustig ist wie ich es in diesem Eintrag vor einer Ewigkeit schon einmal gesagt habe. Es ist vielleicht nicht grundsätzlich verkehrt, das Kabarett für Comedians zu öffnen, dann aber bitt auch gute. Wer auch immer das sein soll.

Grandios fand ich die letzten Sendungen der ZDF-Anstalt, die heute eine neue Ausgabe ausstrahlt. Doch auch hier machen mich die heutigen Gäste skeptisch, gerade Tobias Mann besticht ja immer wieder durch Sparkassenhumor. Man darf gespannt sein.

*****

Gibt halt doch schöne Ecken in und um Stuttgart:

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Sie sagt, das Foto sähe „schebbs“ aus, wegen der Kapuze. „Schebbs“ ist eines dieser Wörter, die ich nicht kenne, es heisst wohl sowas wie schief. Ich finde es trotzdem schön. Und wer genau hinsieht, kann vielleicht auch das Haus meines ehemaligen Kollegen Alex sehen, der wohnt da unten irgendwo. Vielleicht aber auch nicht, ich war ja nie dort. Trotzdem: wink doch mal!

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Das ist die Burg von unten. Unser Parkplatz befindet sich auf der anderen Seite. Wir haben es tatsächlich geschafft, auf dem Rückweg die falsche Abzweigung zu nehmen. Ärgerlich, aber im Nachhinein lustig. Was man ja vom Kabarett nicht sagen kann.

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7 Antworten zu Ich hatte einen Parkplatz am Fuße des Teckbergs

  1. Amenogold schreibt:

    Wie seid Ihr dann zurückgekommen – über Hexenwegle? (auch so ein Wort) Und damit Ihr im Zweifel wieder zurückfindet habt Ihr Steinchen ausgestreut… gute Idee.

  2. MuGo schreibt:

    MMP? Ich hatte davon gehört, dass Ingolf Lück da mit auftritt, aber MMP????esszett??

    Kein Wunder, dass Dieter Hildebrandt den Namen Scheibenwischer nicht freigegeben hat…

  3. Sebastian schreibt:

    Unser Rückweg führte uns die größtenteils angenehm ebene Straße entlang. Noch einmal hoch um dann wieder runterzusteigen wäre eher unangenehm.

    Ja, MMP. Lück ging sogar noch, sein Auftritt war ein wenig konzeptlos und schnell, aber inhaltlich okay. MMP beschränkte sich auf die Parodie eines Milliardärs, der jetzt nur noch Millionär ist. Das war sein ganzer Gag und er zog ihn über viele Minuten.

  4. Steffi schreibt:

    Ja, wir streuten Steinchen aus, aber irgendwie gingen die zwischen dem ganzen Kies da unter und wir fanden sie nicht mehr. Schade um die ganze Mühe.

    Wie auch immer.
    Spannend war auf jeden Fall die Schafsherde, die wir aus der Burg heraus beobachteten. Sie wurde gerade von zwei Hunden auf Trab gehalten. Wir fragten uns überdies wie steil wohl der Buckel daneben sei.
    Als wir dann nach langem, langem Gange plötzlich das Blöcken hörten und schließlich die Burg über uns auftauchte (Foto 2), wussten wir, dass er doch recht steil war.
    So bekam ich mal wieder einen Eindruck wie weit man doch in kurzer Zeit auf seinen Beinen voranschreiten kann. Und wenn man zurück blickt, stellt man fest, dass man schon viel weiter ist, als man eigentlich wollte.

  5. Alexander schreibt:

    Schön dort oben, oder? Nur sollte man sehen, dass man vor Einbruch der Dunkelheit Land gewinnt.

    Erstens scheissen einen sonst die sehr unfreundlichen Mieter der Burg an, und zweitens hockt in der kleinen Höhle hinter der Teck (falls ihr die gesehen habt) irgendjemand, der brummenden Geräusche von sich gibt falls man sich zu tief reinwagen sollte (Kein Scheiss!)

  6. Sebastian schreibt:

    Ja, die Höhle haben wir gesehen. Steffi ist auch rein, ich aber nicht. Was das wohl für ein Viech sein könnte…

    Sind die Vermieter echt so unfreundlich? Naja, die Küche ist dort jedenfalls nicht so der Bringer.

  7. Alexander schreibt:

    An irgend nen Bigfoot denk ich bei der Höhle weniger, eher an einen Obdachlosen – in der helleren Ecke der Höhle stand einer dieser Nordic – Walking – Stöcke und anderer Plunder, als ich das Teil mitnehmen wollte wurde ich aus der dunklen Ecke heraus angeknurrt.

    Und ja, da oben herrscht kulinarische Ödnis.

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