Schwarz auf weiss und die ewige Dunkelheit

Zunächst war ich ja skeptisch bis ängstlich, ob der Theaterabend wirklich 2 Stunden komplett so ablaufen sollte:


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Theater ist ja nicht so meins, aber wenn man schon einmal eingeladen wird, möchte man ja nicht so ohne weiteres absagen. In Stuttgart lief zwar am gestrigen Abend auch der gottähnliche Serddar Somuncu, aber uns führte es nun einmal ins Theaterhaus zum Stück Schwarz auf weiss.

Der Trailer ist nicht besonders witzig, die Beschreibung mit Phrasen wie „Jetzt mal ernst beiseite“ oder „Frau Abdallah wird uns zeigen, was schwarzer Humor ist“ sogar richtig schlecht. Eigentlich. Der Abend hat jedoch gezeigt, dass die beiden Schauspielerinnen Christine Prayon und Dalila Abdallah dem Publikum oft mindestens einen Schritt voraus sind und man konnte sich nie sicher sei, welcher Teil nun „auf Pointe“ geschrieben ist und welcher dieses Witzgebaren nur konterkarieren soll. Eben ganz so, wie Kabarett sein soll. Auch, wenn das Wort „Kabarett“ nicht ganz treffend ist, ein politischer Abend war es Gott sei Dank nur am Rande. Im Mittelpunkt stand das Verhältnis der beiden Schauspielerinnen zueinander, die nur noch professionellen Hass füreinander empfinden, jedoch aufgrund prekärer Umstände aneinander gekettet sind und in ca. ein Dutzend verschiedene und dialektsichere Rollen schlüpfen, um wieder zusammenzufinden. Gestreift werden dabei unter anderem Themen wie Rassismus, Castingwahn, der Stolz der Menschen, die man Unterschicht nennt und der Moloch deutsche Comedy (mit einer grandiosen Shakespeare-Mario Barth-Performance) mit allen verfügbaren Klischees, die die Gesellschaft so zu bieten hat.

Da die beiden die fast ausverkaufte Halle gebeten haben, allen Freunden und Wohlgesinnten zu erzählen, dass das Stück heute noch einmal aufgeführt wird, gehe ich davon aus, dass es noch einige Karten gibt. Ein Besuch sei hiermit ans Herz gelegt.

***

Den Abend bis zum Morgengrauen und ein wenig darüberhinaus habe ich abklingen lassen im Mogulus-Stream von Threed, in dem er das grandiose Gamecube-Spiel Eternal Darkness: Sanity’s Requiem mit unserer Hilfe gespielt hat. Das war seinerzeit mein erstes Gamecube-Spiel überhaupt. Es ist stark an die Geschichten von H. P. Lovecraft und Edgar Allen Poe angelehnt und selbst aus der Beobachter-Perspektive und all den Witzen, die wir gerissen haben (falls in den nächsten Tagen auf /v/ vermehrt ein Meme namens „Pargon“ auftauchen sollte, das waren wir), war es unglaublich fesselnd. Als die Figur gestorben ist und jemand meinte, „he got Edgar Allen Pwned“ lag ich jedoch endgültig auf dem Boden.


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