Bed & Breakfast

Ich habe neulich geschrieben, dass es in Zeiten der totalen Verfügbarkeit von ALLEM so etwas wie rare tracks garnicht mehr gibt. Nun, das ist so natürlich übertrieben, ein und derselbe Song findet sich ja zum Beispiel auf unterschiedlichen Kompilationen in verschiedenster Ausführung wieder, so dass es schwierig wird, an eine bestimmte Version zu gelangen.

Das ist schade, verschwinden so doch viele Perlen, die es eigentlich wert wären, immer und immer wieder hervorgeholt zu werden. Eine ganz bestimmte befindet sich jedoch in meinem Besitz, ich bin dafür sehr dankber und ihr solltet es auch sein, zeige ich euch doch ihren Glanz.

Allerdings nicht in ihrer ursprünglichen Form, sondern nur die textliche Quintessenz. Zum einen ist die Ursprungsdatei beschädigt (ich nehme an, bei der Digitalisierung war die CD zerkratzt), zum anderen geht es hier auch garnicht um das Lied an sich, sondern nur um das Intro, dass sich meines Wissens nur in dieser bestimmten Version befindet. Aber worum geht es?

Zum zwölften Geburtstag meiner Schwester hatte diese einige Freundinnen eingeladen, und da die Kinderhitparade nicht mehr genügte, mussten jetzt echte Popstars ran. Damals wie heute war die richtige Anlaufstelle für frühpubertären Missgeschmack in Sachen Musik die Bravo Hits. Aktuell: Bravo Hits 9, die auch Jahre später nur als „Die mit dem Comic“ gehandelt wurde. Die Bravo Hits haben neben den aktuellen Charthits auch immer ein paar „Geheimtipps“ mit drauf, Newcomer, die die Karriere noch vor sich hatten. Es darf davon ausgegangen werden, dass diese Geheimtippplatzierungen (3 P, lol (it works on so many levels)) sehr teuer eingekauft werden. Also muss man sich zur Vorstellung etwas einfallen lassen.

In diesem Falle handelte es sich um den Song „You make me believe in magic“ der einzig halbwegs erfolgreichen deutschen Boygroup Bed & Breakfast. Das besondere hier war nun nicht der Song selbst (oh boy, ganz im Gegenteil), sondern dass von den Mitgliedern gesprochene Intro. In diesem versammelt sich alles, wofür man als Junge Boygroups gehasst hat, die Rollenverteilung, bei Boygroups gang und gäbe, wird nicht subtil durch Klamotten und Mimik ausgedrückt, nein, sie wird einem genau vor die Fresse geknallt. Die Jungs erklären ihren Job wie Raab den nächsten Clip, es ist der 5-Sekunden-in-die-Kamera-Blick inkl. Witzhupe aus Sketchup (ich bin mir bewusst, dass ich selbiges auch grade tue), gemischt mit dieser unfassbaren Anschleimerei an kleine Mädchenherzen, die mich glauben lassen, dieses Dokument der Zeitgeschichte darf nicht in Vergessenheit geraten. Wer von den 90ern redet, darf über Bed & Breakfast nicht schweigen. Nun denn:

bed-breakfast

Zunächst einmal sagt jeder seinen Namen.

Hallo, hier sind Daniel, David, Kofi und Florian von

Und jetzt alle!

Bed & Breakfast!

Und jetzt zur Einzelvorstellung.

daniel

Hi, ich bin Daniel, bin 21 Jahre, tanze und singe für mein Leben gerne. Außerdem versuche ich, zwei- bis dreimal wöchentlich meinen bequemen Körper ins Fitnessstudio zu schleppen, und als einziger Sohn in meiner Familie habe ich auch noch einiges (der zukünftige Galileo-Moderator betont es tatsächlich so schmutzig, d. Red.) mit meinen 3 Schwestern zu tun.

david

Hallo, mein Name ist David, ich bin 22 und esse leidenschaftlich gern italienisch. Wenn ich mal nicht grade tanze, singe oder sonst irgendwie Sport treibe, beschäftige ich mich mit Psychologie, schreibe Glossen, Satiren und jegliche Art von Kurzgeschichten (und Jahre später Songs für Tokio Hotel, d. Red.).

kofi

*seufz* Unser Poet! Na? Ich bin Kofi und bin 21 Jahre alt. Wenn ich nicht gerade Streetball spiele oder meine Bandkollegen ärgere, schreibe ich auf meinem kleinen Keyboard Songs oder faulenze. Joa, das tu ich am liebsten.

florian

Und äh, ich bin Florian, bin 20 Jahre alt und beisse mich momentan noch durch mein Abitur. In meiner Freizeit liebe ich es, das Lernen für die Schule zu versäumen und ab und zu auch mal etwas länger auf der Piste zu bleiben. Tja, jetzt habt ihr etwas Persönliches über Bed & Breakfast erfahren, und hier unsere erste Single, You make me believe in magic.


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7 Antworten zu Bed & Breakfast

  1. MuGo schreibt:

    Wo du diesen Scheiß immer wieder ausgräbst…

  2. Frank schreibt:

    Ich erinnere mich daran. Für mich ist BH9 allerdings die mit dem „Ich Tarzan, du Jane“.

  3. Sebastian schreibt:

    Wir gehen in den Dschungel, da kann uns keiner seh’n.

  4. Frank schreibt:

    Daniel (Text hat nicht ganz reingepasst, „hechel“ reicht aber)
    David
    Kofi (Dass der Hase bgraun ist, war nicht rassistisch gemeint, sondern purer Zufall!)
    Flo

  5. Sebastian schreibt:

    Sehr schön 🙂 Die gleiche Idee hatte ich heute morgen nach deinem Tweet auch, war dann aber zu faul.

    Hätte ein brauner oder schwarzer Hase zur Auswahl gestanden, hätte ich den auch so genommen. Alles andere wäre doch komisch.

  6. Alexander schreibt:

    Ich bin in den Neunzigern aufgewachsen, und da fragen sich die Leute noch warum ich so bekloppt bin…

  7. Sanja schreibt:

    wtf?? manche dinge gehören auch vergessen und nie wieder hervor gekramt. aber du hast schon recht, was die masse nicht hört – kann man schwer wiederfinden.
    @frank: auweia wie geil!

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