Besuch von drüben und dann Prag

MuGo aka Alex aka AK Swift (nein, aber AK Swift kennt keiner mehr, darum das Namedropping) schickte sich an, aus irgendwelchen Geburtstagsgründen aus Dresden rüberzumachen und nach Tübingen zu fahren und in seinem hochkomplizierten Reiseplan brachte er auch irgendwie einen Besuch bei uns unter.

Soziophob wie ich bin habe ich immer Angst vor solchen Begegnungen, Stichwort peinliche Schweigepausen. Ein echts Tabuthema, jeder kennt es, aber es wird, logisch, drüber geschwiegen. Nun hat das alles aber wunderbar geklappt, Alex ist ein sehr redegewandter Mensch, der verbal nichts anbrennen lässt. Wie zwei Nerdflummis sprangen wir von einem Thema zum nächsten, neben den Standards Simpsons-Zitate, Wut auf die Bahn und Wetter auch Menschliches und allzu Menschliches. Als dann meine Freundin dazukam, flutschte es noch mal so gut. … Whatever. Als gute Gastgeber kredenzten wir selbstverständlich lokale Spezialitäten im Rahmen unserer Möglichkeiten, was in diesem Fall hiess, Maultaschen vom Penny. Die sind aber auch sehr lecker.

Alex als Weltbürger kennt lustigerweise viel mehr Stuttgarter als wir scheint es, also trufen wir uns mit einer seiner vielen, vielen Bekannten und deren Freunden und Freundesfreunden an der Szenedisco Prag. Die Fahrt dorthin war geprägt von eierverschmierten Stadtbahnen und lustlos verkleideten „Menschen“, aber auch einigen sehr hübschen. Auch im Prag war heute Halloween angesagt, Verkleidete Besucher kämen sogar umsonst rein, hieß es. Die Website munkelte sogar etwas von einem Lordi-Special, wobei geschickt vermieden wurde, das Wort „live“ zu verwenden. Lordi, falls es nur so leise im Hinterstübchen klingelt, war diese finnische Popband, die hierzulande als Metal verkauft wurde und vor einigen Jahren den Euro-Grand Prix gewann, wie immer er jetzt heisst.

Nun habe ich zum ersten Mal vom Prag gehört, als diese wohl eine Indie-Disco war. Inzwischen ist Indie aber tot und Emo ist „in“, auch schon seit Jahren, aber dennoch. Als Türsteher wäre ich jedenfalls überfordert gewesen, normale Eintrittsuchende und verkleidete Partygänger auseinander zu halten. (aus ein ander ge schrieben). Wir jedenfalls waren „normal“, aber kamen trotzdem umsonst rein, da wir grade ein Kostenlos-Zeitfenster erwischt hatten.

Drinnen verbrachten wir einen schönen, aber aufgrund der Musik sehr wortkargen Abend bei Bier und Tanz. Alex und ich battelten uns sogar irgendwann mit unseren irrwitzigen Tanzstilen. Seine Heckenschere ist sehr stark, aber mein Taubenvergrämerstyle war auch nicht schlecht. Die Musik war dann insgesamt garnicht übel, ein paar Kids machten mir zuviel Pogo, aber dem wurde mit einer Packung „Ärzte“ Einhalt geboten.

Aber wir sind nicht mehr die Jüngsten (um ehrlich zu sein waren wir wahrscheinlich sogar die Ältesten: Punkt Null Uhr leerte sich das Prag rapide und zurück blieb ein Häuflein volljähriger Feierwütiger) und machten uns irgendwann auf den Weg, um die letzte Bahn noch zu erwischen. In dieser fand sich glücklicherweise noch eine volle Flasche Stuttgarter Hofbräu, welche Alex auch sofort beschlagnahmte. Gruselig.

Aber recht müde waren wir noch nicht, also haben als Einschlafhilfe noch 28 Days Later gesehen, eine bissige Satire auf die herrschende Moral, die der Gesellschaft einen Spiegel vorhält *brrrzzz* Kritikbausteingenerator meldet Fehlfunktion *brrrzzz* *klonk* ein, ach was, DER Zombiefilm (ohne Zombies) überhaupt, an dem einfach ALLES stimmt. Welten besser als 28 Weeks Later und vor … Months habe ich Angst.

Ja, gut, nächsten Tag dann noch irgendwie mit Döner und rumgammeln rumgebracht und dann hieß es auch schon Abschied nehmen.

Und das war mein schönstes Ferienerlebnis.

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4 Antworten zu Besuch von drüben und dann Prag

  1. MuGo schreibt:

    Ich kenn‘ AK Swift – der war nämlich der Rapper bei Magic Affairs „Omen III“!

  2. Frank schreibt:

    „mit Döner (und) rumgammeln“ — sowas fällt wieder nur Dir ein. 🙂

  3. juf schreibt:

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass Du den Taubenvergrämerstyle wirklich drauf hast. Aber zeige eine Video und ich sag Dir, was Du verbessern musst.

  4. Sebastian schreibt:

    Das war eine einmalige Sache, vgl. Tenacious Ds „Tribute“.

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