Roots

Im Zweiten Weltkrieg war Kücknitz eine Hochburg des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus. So kam es im Jahre 1939 zu Konflikten zwischen den Nationalsozialisten und den links gruppierten Organisationen in Kücknitz, den die „Linken“ gewannen und so den Einzug der Nationalsozialisten in Kücknitz für lange Zeit blockierten.

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Unser 6000 Jahre alter Spielplatz:

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Im ältesten Forsthaus Deutschlands wohnte zeitweise der Lyriker Emanuel Geibel, 140 Jahre später bekamen wir dort für einen Müllsack voller Kastanien 5 Mark.

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Es gibt Gründe neben dem Zelten, die mich immer wieder ans Dummersdorfer Ufer ziehen.


(Foto: zipcode_de)


(Foto: zipcode_de)

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Das Waldhusener Moor ist einer der idyllischsten, gleichzeitig aber auch gruseligsten Orte Lübecks.

Im Winter brauchte man keine Anlässe für Stadtteilfeste, alles versammelte sich auf der viele Zentimeter dicken Eisschicht des Moors, um Fahrrad zu fahren, Eishockey zu spielen, Schneeballschlachten zu veranstalten oder dem Schläger aus der eigenen Grundschulklasse zumindest kurzfristig ungestraft eine auf Maul hauen zu können, da seine Mutter ihm verboten hat, aufs Eis zu gehen (Ha!).
Im Sommer sieht es dort immer so trostlos aus wie auf dem Foto oben. Warum, weiss keiner.

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Als ich klein war, nahm mein Opa uns oft mit zu den Orten, die uns als Kinder faszinierten, zu denen wir uns aber nie trauten.


(Foto: Günter Meier)

Das kleine Bahnhofshäuschen ist längst verlassen, damals gab es aber sogar noch einen Schrankenwärter, der uns seinen in der Nachbetrachtung nicht allzu umfangreichen Job so erklärte, dass ich selber Schrankenwärter werden wollte. Daraus wurde nichts, aber immerhin durfte ich einen Umlegehebel betätigen.

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Fuhr man im Winter über die Herrenbrücke, sah man auf einem Kran der darunter liegenden Flender Werft einen Weihnachtsbaum. Auch der Rest der Werft leuchtete und im dunklen Wasser spiegelten sich die Lichter.


(Foto: macevangelist)

Unweit der größten Klappbrücke Europas, die zeitlebens bei Pendlern für Ärger sorgte (aus einem völlig anderen Grund hieß die anliegende Bushaltestelle „Am Stau“, was aber dennoch sehr passend war), lag die Villa Voge. Der alte Voge war Großhänder für Rummel-Preise, und hin und wieder durften wir in das Lager und die unzähligen Plüschtiere, Skateboards, Billigelektronikteile und sonstigen Chinaschrott bewundern. Hin- und wieder kauften wir dort auch etwas, auch wenn uns der Alte immer wieder eintrichterte, dass er das eigentlich nicht will und wir ihn nicht immer deswegen rausklingen sollen.

Die Flender Werft schloss 2003 endgültig ihre Pforten, nachdem sie sich mit dem Bau von 2 Schnellfähren übernahm, die Herrenbrücke wurde 2 Jahre später abgerissen, um durch einen mautpflichtigen Tunnel ersetzt zu werden, der sogar noch unbeliebter ist als die Herrenbrücke und der alte Voge müsste auch schon seit Ewigkeiten tot sein.


(Foto: tracer07de)

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6 Antworten zu Roots

  1. Kaddi schreibt:

    WOW…DA kommen Erinnerungen hoch *schluck*

    Aber sag mal, wieso hast du denn 5 Mark für die Kastanien bekommen? Wir durften uns das Rehkitz angucken und das wars.

    Ja, wenn man in Kücknitz die richtigen Ecken kennt, ist es das Paradies. Für Menschen, die Kücknitz nur vom hören-sagen oder aus den Schlagzeilen kennen, muss es ein schrecklicher Ort sein.

  2. Niels schreibt:

    Kastanien gegen das Rehkitz wäre auch ein schöner Tausch gewesen. Herbst ist eine gute Zeit für Rehrücken. 😀

  3. Sebastian schreibt:

    Ach, ich weiss garnicht mehr. An das Rehkitz erinnere ich mich auch noch, aber ich meine, er hat uns auch 5 Mark in die Hand gedrückt.

    Der Förster hätte aber sicher nicht getauscht, Kastanien gegen Rehkitz. Ihm hätte widerum der Abnehmer gefehlt ^^ Es sei denn, er bastelt gerne.

  4. Krissy schreibt:

    super! hammer bilder! hmmm… aber das mühlbachtal fehlt noch^^ ansonsten hammer.. he he..

  5. Kaddi schreibt:

    …und die Försterei existiert gar net mehr 😦

  6. Sebastian schreibt:

    Aber das Haus wird ja wohl weitergeführt als Restaurant, wenn ich das richtig verstehe. Naja, Lübeck versteht es ja, seine nicht ganz so bekannten Schätze ein wenig zu vernachlässigen. Wenn man bedenkt, dass damals sogar beinahe beschlossen wurde, das Holstentor abzureissen… (Es hing an EINER Stimme.)

    Das Mühlbachtal ist auch extrem schön, aber man findet kaum Fotos. Wenn ich mal wieder da bin, mache ich mal welche. Und hoffe, ich falle nicht wieder in den Bach, weil ich einen Igel fangen will 😉

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