Was nützt das Liedgut in Gedanken

Das Komprimierungsverfahren des menschlichen Gedächtnis ist sehr ausgeklügelt, aber eine Bitch. Würde sich der Mensch an jede Einzelheit erinnern, wäre er schnell eine psychisches Wrack, überlastet. Also setzt das Gehirn Prioritäten, was es sich zu merken lohnt und was nicht. Unwichtige Dinge, die sich zudem auch noch ähneln, schaufelt es zusammen zu einem großen, diffusen Klumpen, ein Wollknäuel, bei dem es immer schwieriger wird, es wieder auseinanderzudröseln.

Einen solchen Frickelmoment hatte ich die letzten Tage, als ich auf der Suche nach einem Lied war. Ich wollte mich nicht geschlagen geben und Google befragen, also dachte ich selber ein wenig nach. Ich wusste nur noch wenig: Das Video spielt in einer nächtlichen Großstadt, Protagonist war ein Mensch mit einem Hundekopf. Dieser lernt eine Frau kennen, welche ein großes Herz mit sich rumträgt, und ebenso wie er von der Gesellschaft ausgeschlossen ist. (Er weniger wegen seinem Kopf, sondern wegen einem lauten Radio, das er mit sich rumträgt, sie eben wegen dem Herzen).

Irgendwann habe ich aufgegeben und recherchiert, und siehe da, das, was ich eben schrieb ist totaler Quatsch. Es handelt sich um 2 verschiedene Lieder. Jedoch ähneln sich die Videos dermaßen, dass mein Gedächtnis, welches Platz für wichtigere Dinge brauchte, die beiden zusammengeschmolzen hat.

Die Geschichte mit dem Hundemenschen wird erzählt im Video zu Daft Punks Song „Big City Nights“:


[Direktlink]

Mein Gott, ich hatte seinerzeit sogar mein nie beendetes Cyberpunk-RPG Big City Knights danach benannt. Witzigerweise sollte es da auch um Gedächtnismanipulation gehen, vgl. Snow Crash.

Bei dem anderen Video handelt es sich um Roger Sanchez‘ Another Chance, wirklich bezaubernd:


[Direktlink]

Is that your heart?
Yeah.
Big.
It’s small now.
Small?
It was bigger before.
Scary.
Yeah, that’s my problem.

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5 Antworten zu Was nützt das Liedgut in Gedanken

  1. causa prima schreibt:

    Hättest du mal mich gefragt, ich hätte es sofort gewusst. Das von Daft Punk heißt übrigends nicht „Big City Nights“ sondern „Da Funk“ vom Album „Homework“.
    Und eine gute MP3-Version von „Antoher Chance“ ist schlecht zu finden, meistens ist es so ein Mittschnitt aus dem Radio oder die lahme Langfassung. Wenn du es haben willst, hätte ich die Radio-Edit-Fassung für dich.

  2. Sebastian schreibt:

    Mir gefällt die lange Version ganz gut.
    Mit dem Daft Punk-Titel hast Du recht, witzigerweise heisst das Video (aber auch nur das) tatsächlich Big City Nights.

    http://en.wikipedia.org/wiki/Da_Funk

  3. jufjuf schreibt:

    Das, was mein Gehirn sich gemerkt hat, hat bereits ein seelisches Wrack aus mir gemacht. Ich vermute mein Hirn arbeitet eher anders herum und tilgt alles, was mich zu einem edlen Menschen geformt hätte.

  4. Sebastian schreibt:

    Ach, daher die Berufswahl.

  5. fronq schreibt:

    Ja, ich bin ja auch immer so durcheinander. Ich habe letztens eine Kollegin krank gemeldet, obwohl ich 30 Minuten vorher mit ihr sprach. Ich kann mich bis heute nicht erinnern. Ich war fest davon überzeugt, dass sie nicht da war. Was ist da wohl passiert?

    PS: Das zweite Video liebe ich auch total. Sehr viel Wahrheit steckt darin.

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