I’m not alone

Nie käme ich auf die Idee, auf so genannte „Eurodance-Parties“ zu gehen, und das hat mehrere Gründe.

Zunächst einmal hieß es damals nicht Eurodance, wir alle sagten „Dancefloor“ (admit it!), Eurodance wurde es erst in der Jahre später einsetzenden Rezeption damals Begeisterter. Es hat eine negative Konnotation, Eurodance waren doch diese Lachnummern von wegen sie Vanille er Schoko. Aber das ist so ja nicht komplett wahr (wenn es sich aufgrund der schieren Masse derartiger Acts nicht leugnen lässt).

Zweitens sind da ganz schreckliche Menschen. Ungefähr der Menschenschlag, der sich in der Hedonistischen Internationalen engagiert, eine Gruppierung, die sich zu Recht ins Manifest geschrieben hat, sich selbst nicht ernst zu nehmen.
Es ist der ironische Bruch, der auf solchen Parties abgefeiert wird, und der den vielen guten Liedern, die unter dem Schrott gemixt werden, einfach nicht gerecht wird. Dieses „was waren wir damals verrückt“ (und „oh mein Gott, was sind wir heute für langweilige Spießer, dass wir uns das hier antun“, welches aber eher gedacht denn gesacht wird). Proseccotanten mit viel zu großen Sonnenbrillen und Typen, die freaky drauf sind (protip: wenn Du sagst, Du bist freaky drauf – Du bist es nicht).

Es gibt eine Handvoll Recken, die es ähnlich sieht und alle paar Wochen erscheint deswegen ein gleichklingender Eintrag zu diesem Thema. Diesmal bin ich halt dran.

Ursprünglich wollte ich aber eigentlich nur ein Video reinstellen, welches mich wie kein anderes an dieses eine Gefühl erinnert. Und, wenn man ehrlich ist, nicht ins klassische Dancefloor-Raster fällt.

Dieses Gefühl, morgens auf einer Party aufzuwachen. Alle anderen pennen, Du kriegst Deinen Mund nicht auf, weil er vom Wodka und Bier völlig dehydriert und zusammengeklebt ist. Es ist ungefähr 6 Uhr morgens in den Sommerferien, die Vögel lassen mit ihrem unerträglichem Gebrüll Deinen Schädel brummen und die Sonne scheint Dir ins Gesicht. Du schaffst es über die anderen hinwegzusteigen, Deinen Mund mit abgestandener Sprite durchzuspülen, aus der Wohnung zu kommen und begibst Dich auf den halbstündigen Fußmarsch nach Hause, um noch ein paar Stunden in Deinem eigenen Bett zu schlafen. Es ist 1997, und das Lied, dass Dir die ganze Zeit im Ohr liegt und Dich noch 11 Jahre später in diese Zeit zurückversetzen wird, dringt in Deinen Gehörgang, als Du durch die leeren Straßen ziehst.


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5 Antworten zu I’m not alone

  1. Irreversibel schreibt:

    Für Dich sind also Dancefloor- (oder „Eurodance“) Fans und Anhänger der der Hedonistischen Internationalen vom selben Menschenschlag? Tja, das lässt vermuten, dass Du von einem der beiden Dinge absolut keine Ahnung hast……

  2. Sebastian schreibt:

    Oder mehr als Du *lange Nase zeig*

  3. MuGo schreibt:

    Aha, jetzt endlich verstehe ich die Textzeile „alles begann damit, dass Take That aus den Bravo-Charts verschwand | einfach abgelöst von einem Dancefloor“

    Wieder was gelernt!

  4. Sebastian schreibt:

    Was hast Du denn daran nicht verstanden?

  5. MuGo schreibt:

    Was Dancefloor sein soll.

    Ich bin eben erst zur Musik gekommen, als das schon Eurodance hieß…

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