Außenwirkung

Heute habe ich mir zwecks Klolektüre meinen vierteljährlichen Spiegel gekauft. Nach den Armen, Moslems und Chinesen geht es auf dem Titelbild diesmal den Russen an den Kragen. Dass das bei den entsprechenden Gruppen nicht unbedingt gut ankommt, habe ich heute an meiner Kassiererin gesehen, die nach Sichtung des Covers doch deutlich reservierter war. Gehört das eigentlich so oder sind die Verantwortlichen nur ein bisschen naiv-dumm?

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8 Antworten zu Außenwirkung

  1. MuGo schreibt:

    Nenn‘ es den Bild-Effekt – solange wir nur 20% ausgrenzen, sind 80% auf unserer Seite. Und die 20% vergessen, dass wir sie schon ausgegrenzt haben, wenn wir die nächste Minderheit niedermachen!

    (Siehe zum Beipiel Sozialhilfeempfänger vs. Florida-Rolf, Alice Schwarzer vs. Emanzenpack oder Jürgen Trittin vs. „Bolzenschneider“, also Leser, die vergessen haben, dass sie schon selbst einmal Kampagnenopfer waren und weiterhin täglich diesen Dünnpfiff kaufen…)

  2. Sebastian schreibt:

    Ist leider sehr einleuchtend.

  3. FiddleKnows schreibt:

    Was ist denn da genau drauf, auf dem Tittel, ups.

  4. Frau Doktor schreibt:

    Vielleicht war sie auch einfach angenervt von dieser Kombination aus Sexismus und Russismus. Konrad Adenauer hatte einen schönen Spruch für den Spiegel: Die BIld-Zeitung für Dr. Lieschen Müller. Recht hat er.

  5. causa prima schreibt:

    Zum Cover muss ich sagen, dass ich da, statt Lateinischen Buchstaben an der Bling-Bling-Kette doch eher auf die Kyrillische gesetzt hätte. Aber vielleicht trifft das dann auch wieder mit dem Adanauer-Zitat zusammen, denn wer hat schon Russisch gelernt? Wenn man den Spiegel als Bild für Akademiker bezeichnet..welches Medium hat man als Objektiver dann noch? Kann auch sein, dass ich mich einfach nur nicht auskenne, weil ich Printmedien generell nicht viel abgewinnen kann, da wird mir zu viel geschwafelt. Das geschriebene Wort hat sowieso ausgedient, wir Leben im Zeitalter der Bilder.

  6. MuGo schreibt:

    @causa:

    Sicherlich nicht den Spiegel! Ich verweise gerne wieder dezent auf meine eigenen Erfahrungen mit der Spiegel-Berichterstattung…

    Ich persönlich verlasse mich in erster Linie auf die Süddeutsche – genauso könnte ich hier auch FR, FAZ, taz oder Welt oder eine andere Qualitätszeitung nennen, aber die Süddeutsche steht mir politisch halt am nächsten. Zwar sollte man auch dort kritisch hinterfragen, aber die Meinungsmache ist nicht ganz so ausgeprägt wie in einem Reprtage-Magazin.

    Aber wenn wir in ein Zeitalter der Bilder wechseln, frage ich mich doch, ob uns inzwischen schon bewusst geworden ist, dass auch Bilder keine Wahrheit mehr liefern müssen, da Photoshop inzwischen jedermann die Bildmanipulation ermöglicht…

  7. causa prima schreibt:

    Ich „lese“ (also ich blätter durch und wenn mir ein Artikel in Auge springt, lese ich ihn auch mal) nur unser lokales Blättchen. Das ist aber auch keine große Leuchte in Sachen Objektivität oder fundierter Berichterstattung. Naja, ist ja auch nur ein Lokalblatt und gehört glaube ich zum gleichen Verlag wie der Stern..oder so.

    Ja genau das finde ich auch „gefährlich“. Wie viele der normalen Menschen wissen schon, dass sowas sehr einfach und wirklich sehr realistisch wirkend gemacht werden kann? Und wenn man dann sieht, wie viel Rummel die Bilder von Abu Grabi (oder wie sich das schrieb) oder den deutschen Soldaten, die mit Schädeln posierten, ausging, dann warte ich eigentlich wirklich nurnoch auf sowas wie damals die Hitler-Tagebücher. Die Medienkompetenz von Otto Normal ist aber auch wirklich unter alles Sau, trotzdem hängt er einen großen Teil des Tages davor. Aber irgendwann gab es auch mal eine Zeit, in der Sachen wie das Fernsehen oder Fotografien noch Neuland waren, die wurden auch recht gut überstanden. Nur bezweifle ich irgendwo, dass das Verständnis für solche Sachen mit dem von damals verglichen werden kann.
    Also Skandalpotential ist da. Jetzt fehlt nur noch die richtige Idee..

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