Finger weg von meiner Paranoia

An Freundschaften hatte ich zuerst einen Schulkameraden aus der Grundschule, später einen den ich in Kilianstädten in der Freiwilligen Feuerwehr kennen gelernt hatte. Wir soffen viel zusammen und machten auch sonst allerlei Blödsinn, wie ihn halt Halbstarke so veranstalten, die gerne richtig stark wären. Durch ihn bekam ich zum ersten Mal Kontakt zu „rechtem“ Gedankengut. Sein Opa hatte im Polenfeldzug mitgekämpft und wir trugen manchmal bei unseren Besäufnissen original deutsche Wehrmachtsstahlhelme. Manchmal zogen wir damit auch mit Bierflaschen bewaffnet nachts los, und brüllten in Wohngebieten „Deutschland erwache“. Aber es war alles nur Spaß.

[…]

Dazu kam noch, dass ich seit dem sechzehntem Lebensjahr regelmäßig Regenbogenhautentzündungen auf dem linken Auge hatte, die mich genauso regelmäßig ins Krankenhaus brachten. Ich musste mich auf ein Leben einstellen, in dem ich drei Monate im Jahr arbeitsunfähig war. Welcher Arbeitgeber würde so was auf Dauer mitmachen. Nicht mal die Fremdenlegion! Ich beschloss deshalb Gangster zur werden. Heute habe ich übrigens kaum noch Regenbogenhautentzündungen. Allerdings habe ich wohl mittlerweile bei Bewerbungen ein echtes Problem mit meinem Lebenslauf.

Tieftrauriger Irrsinn, der sich über 149 Seiten erstreckt und in obskursten Wahnvorstellungen mündet.

So langsam begriff ich wie Geheimdienste in meinem Fall vorgingen. Ich konnte ohne weiteres am Fenster stehen, kein Scharfschützengewehr würde auf mich zielen. Ankommende Pakete würden keine Bombe enthalten. Alles musste für den einfachen unbedarften Bürger immer vollkommen normal und natürlich aussehen. Aber ich musste mich stark vor Giftanschlägen vorsehen. Wenn ich unterwegs war und etwas aß, nahm ich in den Pausen zwischen zwei Bissen mein Brötchen unter die Achsel. Biss ich hinein, dann passte ich höllisch auf, dass niemand in der Nähe war, der etwas draufspritzen konnte.

[…]

Ich lieh mir von meinem Bruder Egon einen Laptop und legte los, in der schwachen Hoffnung, dass man Laptops nicht so leicht abhören kann, wie normale Computerbildschirme.

[Gefunden im NPD-Blog]

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7 Antworten zu Finger weg von meiner Paranoia

  1. Paul schreibt:

    Ich habe jetzt mal schnell bis Kapitel 5 gelesen und frage mich eins: Ist das ernst gemeint oder Satire?

    Auf jeden Fall danke für das Aufmerksam-Machen, ich werds nun bis zum Ende lesen.

  2. Sebastian schreibt:

    Ich glaube, das ist echt. Das ist so ein typischer Duktus, den man in vielen dieser Texte findet (gibt’s ja zuhauf, wenn auch selten in diesem Umfang, man denke da an Roland Bialke, der ist ähnlich).

    Es sind auch so kleine Zwischentöne, die schwer zu faken sind, aber bei solchen Menschen Sinn ergeben, wie

    „Ferner gewöhnte ich mir damals an, über jedes Gespräch, dass ich mit jemanden geführt hatte, später noch mal intensiv nachzudenken. Dabei fallen einem oft noch weitere Unstimmigkeiten auf.“

    Das ist halt typisch, wenn man will, fallen einem nämlich nach jedem Gespräch Unstimmigkeiten auf.

  3. MuGo schreibt:

    Ich werde mich mal bei Gelegenheit damit beschäftigen. Die Teaser versprechen in der Tat ein neues „Fleisch ist mein Gemüse“…

  4. Sanja schreibt:

    tochter sonnhild *ROFL* sowas spricht einfach nur für sich selbst..

  5. Ivy schreibt:

    Wie peinlich, das es keine Satire ist… und wie unterhaltsam

  6. Pingback: Ich sollte Attentäter werden | Wer ist eigentlich Paul?

  7. matt schreibt:

    aua!
    wie man sich in der öffentlichkeit selbst demontiert, teil 8…

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