Super? Bad? Irgendwo dazwischen…

Nachdem ich vom Blogbetreiber himself geradezu genötigt wurde, Superbad zu sehen, ist es auch nur fair, hier ein paar Worte zum Film zu schreiben.

Kein großes Fass, dass hier geöffnet wird, aber es sollte doch mal raus (außerdem muss ich ja üben, zwinker, zwinker): Der Film ist in Ordnung, weil er es tatsächlich schafft, ein amerikanischer Film zu sein und trotzdem auch einen durchschnittlichen Deutschen mitzunehmen. Wenn man mal vom Konzept der illegalen Hausparty absieht – die Krise auf dem amerikanischen Hypothekenmarkt rührt garantiert daher, dass die Häuser regelmäßig von Teenagern auseinandergenommen werden – ist der Film doch auch mit meiner Erfahrungswelt verwebt: Sex, Binge drinking und Wodka (ja, die Protagonisten trinken Alkohol und nicht Bud Light) – der Film ist in Teilen autobiografisch und Kanada eben doch das europäische Amerika. Überhaupt hat Sebi Recht – im Vergleich mit American Pie ist der Film in der Tat eine intelligente Weiterentwicklung. Wobei ich American Pie trotzdem ein Existenzrecht zusprechen muss: Schließlich hat dieser Film überhaupt erst Superbad möglich gemacht.

Genug der Philosophie, weiter im Thema: Seth, der eigentliche Hauptdarsteller, ist am Anfang einfach nur unsympathisch (Note: ich habe eine gedubbte Version gesehen – es mag an der schlechten Synchro liegen, die Pussy – im Sinne von Pussy – mal mit Muschi und mal mit Pussy übersetzt; ich hätte Pussy vorgezogen, aber mich fragt ja keiner…); spätestens nach der Schilderung seiner exzessiven Schwanz-Mal-Orgien findet man ihn aber einfach nur lustig. Ich würde ihn zwar trotzdem meiden, aber als Filmfigur gibt es die volle Punktzahl. Das gleiche gilt auch für Fogell a.k.a. McLovin, wobei ich ihn für eine etwas sympathischere Figur halte; nicht viel, aber ein bisschen. Dann ist da noch Evan, Seths bester Freund und der einzige irgendwie halbwegs normale Mensch. Und natürlich noch jede Menge Nebencharaktere, die mehr oder weniger wichtig sind.

Ich könnte jetzt natürlich über Mängel im Plot lamentieren (Warum zum Geier interessiert sich Jules zufälligerweise auch für Seth? Wieso hat man sich nichts besseres als die beiden Bullen einfallen lassen, um die Geschichte aufzublähen? Warum ficken alle immer auf Partys – oder probieren es zumindest?), aber wer Filme wie Superbad wegen des Inhalts guckt, der ändert auch in der Synchro von Super Troopers das deutsche Pärchen in Holländer. Man kann aber auch darauf hinweisen, dass es einige sehr gut gemachte Szenen gibt und einige Gags ebenfalls das Ansehen lohnen. Schon allein das Gesicht von Jules‘ Freundin als Seth auf den Satz „Du weißt ja, eine Hand wäscht die andere…“ „Tja, Jules, dann frage ich mich aber, wer meine Nudel wäscht!“ antwortet ist Gold wert – und gleichzeitig zeigt es auch, warum ich mit Seth nicht richtig warm werde…

Zusammengefast kann man sagen: Wer sehen möchte, wie nicht-stereotype Charaktere (ja, die Leute sind sowas wie normal und verhalten sich so, wie man sich eben verhält, wenn man gezwungenermaßen seine Vormittage mit Menschen verbringen muss, die man sich nicht ausgesucht hat) hin und wieder gute Gags machen und in einer – abgesehen von den bereits erwähnten Cops – ganz netten Story agieren, dem sei Superbad für einen Nachmittag, an dem alle anderen Filem ausgeguckt wurden, ans Herz gelegt. Wer sich aber wie ich nur wieder von Hollywood vorgeführt fühlt, weil Loser wie man selbst am Ende die schärfsten Weiber abbekommen, während man es selber nicht mal hinkriegt, in einem ganzen Semester irgendeine Frau näher kennenzulernen (dazu zählt für mich sowas wie regelmäßig miteinenader reden oder sich vielleicht auch mal außerhalb der Uni treffen), der kann es jetzt so halten wie ich: In sein leeres Bett kriechen und sich selbst bemitleiden.

Advertisements

Über MuGo

MuGo - just too white and nerdy for being with the gangsters!
Dieser Beitrag wurde unter Culture Beats, world in my eyes abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

11 Antworten zu Super? Bad? Irgendwo dazwischen…

  1. saripari schreibt:

    WAS!! Der Film ist einfach nur abartig GEIL!!

    So, du bist für mich kein Filmkritiker mehr.. 😉

  2. Sebastian schreibt:

    Ich finde, Du hast alles sehr gut getroffen. Abgesehen davon, dass ich Seth sofort als besten Freund nehmen würde. Was rede ich, Seth, McLovin und Evan WAREN meine besten Freunde zu der Zeit, sahen nur ein wenig anders aus und hießen anders. Dass zumindest Seth nachher seine Jules kriegt, ist aber in der Tat genauso unwahrscheinlich wie das Ehepaar Doug=Carrie. Der Rest des Films ist einfach realistisch und nachvollziehbar, ich konnte mich vom Pornogelaber am Anfang bis zum beim Kumpel pennen am Ende jedenfalls voll mit ihm identifizieren 🙂

    Bei Deinem Selbstmitleid kann ich Dir aber glaube ich nicht helfen. Geh‘ doch Pauls Weg und mach eine über studivz klar 🙂 (Ich habe Steffi in einem Chat kennengelernt und wir sind jetzt fast 6 Jahre zusammen. It works!)

  3. MuGo schreibt:

    Wie man wen über StudiVz klar macht ist mir immer noch ein Rätsel – wen lernt man denn da kennen? „Hey, ich hab deinen Kommentar in der Gruppe ‚Wir ficken Pferde‘ gelsen und finde dich voll cool. Wollen wir Heavy Petting machen?“ Nee, ich weiß ja nicht – Paul ist ein Gegenbeispiel, aber bis es mir nicht passiert, gehe ich davon aus, dass glückliche Beziehungen aus dem Intenet urbane Legenden sind…

    Wie die beiden am Ende Arm in Arm einschlafen ist aber auch wirklich zu niedlich – das wertet den Film auf jeden Fall auf.

    NOTE: Man beachte bitte mein kreative Genreerfindung „Teenageromödie“. Ich weiß zwar nicht, was Omedy so alles zu bieten hat, aber es ist garantiert the next big thing!

  4. Alexander schreibt:

    @ MuGo Ich kenne da ne ganz heisse Schnecke bei Studi VZ , Sandra Altmüller ihr Name , Sie hat herausgefunden das ihr alter Schwarm ne Flachpfeiffe ist und ist jetzt sowas von willig das geht auf keine Kuhhaut!

  5. MuGo schreibt:

    Lass mich raten: Ihre Freundinnen sind die, die mir auf diversen Internetseiten immer als „Heiße Bräute aus Elsterwerder“ (oder, in Oldenburg, „…aus Moorhausen“) angepriesen werden?

  6. MuGo schreibt:

    Hehe, ich geb ja zu: Ich wollte mir Sandra Altmüller jetzt mal angucken, du Arsch!^^

    Aber an Party Bitch kommt eh keine dran, und die war lange auf meiner Fakultät!

  7. fongfengmode schreibt:

    “Hallo. Ich bin ein dummer Spammer. Ask me about Loom.“

  8. MuGo schreibt:

    Ey, zensier hier nicht in den Kommentaren zu meinem Artikel rum!^^

  9. Sebastian schreibt:

    Hausrecht 🙂 Jetzt wirst Du nie erfahren, wie Du mit Deinem Blog Geld machen kannst.

  10. MuGo schreibt:

    Ja, da hat er sich eh undeutlich ausgedrückt: Er hat Post UND Blog gelobt und dass „du“ damit Geld machen kann. Aber ob jetzt du oder ich dieser „du“ ist, werden wir nie erfahren…

  11. Pingback: No Future (ohne neue Haarfrisur) « MuGo

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s