Wenn Autoren denken könnten

Endlich komm ich mal wieder zum bloggen. Eigentlich sollt ich noch x anderen Dingen nachkommen, aber was sein muss, muss sein. Der Anlass liegt in diesem Moment hier neben mir auf der Schreibtischplatte und lässt sich kein weiteres mal in die Schublade packen. Es streckt mir sein Titelbild entgegen, das eine Libelle zeigt, die ein regenbogenähnliches Muster im Vorbeiflug über den Himmel zieht. Im Hintergrund sieht man die Siluette von Menschen. Lachende Kinder?
Nach diesem Beitrag fliegt es endlich dort hin, wo es hingehört: In den Müll.

Das Werk heißt „Wenn Tiere reden könnten“ und fand seinen Weg zu mir, als ich kürzlich mit Basti Einkaufen ging. Auf dem Weg war ein Stand voller Bücher aufgebaut. Ein kleines Schild wieß darauf hin, dass pro Person ein Buch umsonst mitgenommen werden kann.
Basti wollte mich gleich weiter zerren, weil er die religiöse Aura der Aktion schon bemerkt hatte, doch ich machte ihm einen Strich durch die Flucht. Ich ließ mir Zeit beim Gucken und entschied mich schließlich für „Wenn Tiere reden könnten“ von Werner Gitt. Ich dachte mir ein Buch diesen Namens kann einfach nicht schlecht sein – schlecht im Sinne von nicht lesbar. Ich meine wie will man in sowas übermäßig viel Religion reinpacken?

Naja, was soll ich sagen?
Es geht.

Ein Beispiel. Hier spricht ein Spatz zum Leser. Über 5 Seiten wird erklärt über welch faszinierende Mechanismen dieser Vogel verfügt, um so leben zu können wie er lebt.
Ganz am Ende dieses Kapitels steht dann folgendes:
„Trotzdem behaupten viele kurzerhand, dass sich die Fähigkeit allmählich entwickelt habe. Diese Leute würde ich gerne fragen, wie denn meine Vorfahren früher ihre Jungen ausgebrütet haben sollen (…) Nun wüsste ich gerne: Glauben Sie immer noch, dass ich von irgendwelchem kriechenden Getier abstamme? – Nein, mein Schöpfer ist der, der am fünften Tag sprach, dass Vögel über die Erde fliegen sollen“

Am Besten ist aber noch ein Satz im Vorwort. Es hat mich so zerissen, als ich das gelesen habe.
„Die genannten Fakten [im Buch] sind wissenschaftlich gesichert (…). Um den Lesefluss nicht durch ständige Quellenangaben zu stören, wurde hier auf Literaturhinweise generell verzichtet.“

Na dann, Prost
:- D

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13 Antworten zu Wenn Autoren denken könnten

  1. Paul schreibt:

    Deus vult!

  2. Sebastian schreibt:

    Ist das spanisch?

    Also das Zitat am Ende liebe ich ja über alles. „um den Lesefluss nicht zu stören“. Merk ich mir.

  3. Paul schreibt:

    Nein, Latein 🙂 Zu irgendwas müssen die sieben Jahre ja gut gewesen sein.

    Hier die Erklärung zu diesem Spruch (Wikipedia).

  4. Paul schreibt:

    @Zitat am Ende: Sollte man mal in einer Doktorarbeit bringen.

  5. MuGo schreibt:

    Ja, das leidige Thema Quellenangabe…

    Dabei pimpen Quellenangaben ungemein. Sie müssen nur aus unterschiedlichen Büchern stammen, damit die Literaturliste möglichst lang wird. Das kann kein Mensch mehr überprüfen und so findet auch niemand heraus, dass man sinnentstellend zitiert oder die Meinung des Urhebers durch geschicktes Einbinden ins Gegenteil verdreht.

    Ach ja, Manipulator, dass wäre schon ein schöner Job, wenn er nicht so dass Gewissen belasten würde…

  6. MuGo schreibt:

    Oh, ach ja!

    @Steffi: Wie sieht’s aus? Darf ich Sebastian einen Heiratsantrag machen oder nicht?^^

  7. Lucky#Slevin schreibt:

    Och, mich nerven Fußnoten und Zitate aber auch.. 😛

  8. Sebastian schreibt:

    Manchmal… kaufe ich mir Bücher nur wegen Zitaten und Fußnoten… nur um… dran zu riechen.

  9. Sebastian schreibt:

    Und weil Doppelposts gerade cool sind, ich wusste natürlich, dass das Latein ist.

  10. Steffi schreibt:

    @MuGo

    Klar kannst du ihn heiraten. Aber nur wenn du Unterhalt zahlst

    @ Lucky#Slevin

    In unser Facharbeit war es richtig schlimm. Nicht furchtbar genug, dass wir darauf hingewiesen wurden, jeden Kerngedanken eines anderen zu kennzeichnen, wurde verlangt, dass wir hinter die jeweilige Stelle direkt in Klammern die Daten setzen.
    Da werden Fußnoten doch plötzlich zum Highlight…

  11. MuGo schreibt:

    @Steffi:

    Wem soll ich denn Unterhalt zahlen? Dir? Aber mit dir war ich doch gar nicht verheiratet…^^

    Und zur Facharbeit: Wir hatten zum Glück eine korrekte Lehrerin, die Fußnoten erlaubt hat!

  12. Steffi schreibt:

    Da die Lehrer selber gar nicht über die Standarts, die der Rektor sich ausgedacht hatte, informiert waren, durfte ich es letztendlich auch :- D

    Und wegen dem Unterhalt. Basti bekommt bald Drillinge, deshalb.

  13. MuGo schreibt:

    Ernsthaft? Herzlichen Glückwunsch euch beiden!

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