„Man kann nicht zweimal in denselben Fluß steigen.“ – Heraklit

Eines müssen wir uns mal klar machen: Bewusstsein ist die Erinnerung einer Wahrnehmung. Man muss sich aber auch klar machen, was das bedeutet, nämlich, dass es eigentlich nur zwei Zustände gibt. Entweder es ist noch nicht passiert oder es ist schon vorbei. Was das wiederum heißt? Es ändert ja jetzt nicht an dem Leben, das man führt, aber daran, wie man es warnimmt, denn man kann nicht das jetzt beeinflussen, sondern nur die Zukunft, die dann plötzlich Vergangenheit wird. Wenn wir „jetzt“ sagen, dann haben wir uns nur darauf geeinigt einen Zeitraum von ebend gerade bis in kurzer Zukunft zu meinen. Ein „jetzt“ existiert nicht, denn ein jetzt würde Stillstand bedeuten. Und wenn Realität eines nicht ist, dann ist es Stillstand. Das ist aber schon vor ein paar Jahren erkannt worden und ist heute kurz unter „panta rhei“ bekannt. Das beruhigende daran: Nichts geschieht noch einmal so, wie es schon geschehen ist, niemals wieder. Und doch kommt es einem manchmal so vor, als würde etwas wieder passieren, ja wir wollen das sogar. Deswegen gibt es CDs, Bücher, Videos, Bilder, damit alles repuduzierbar, genau gleich bleibt und man genug Zeit hat um es in der ganzen Komplexität zu verstehen, es vielleicht noch anderen zu zeigen, zu teilen. Aber wenn man genau darauf achtet, dann ist ein Buch beim zweiten mal lesen anders als beim dritten mal; ein Lied selbst beim oft hintereinanderhören jedes mal anders. Also nicht das Rohmaterial ändert sich, nur die Wahrnehmung davon. Und genau deshalb sollte man um so wacher durch’s Leben gehen und jeden Augenblick schätzen, selbst die Schlechten, Schmerzhaften, denn auch diese sind einzigartig und aus jedem kann man etwas mitnehmen. Und man sollte nicht in der Vergangenheit leben, nichtmal im „jetzt“, sondern im Bewusstsein, dass man nur die Zukunft beeinflussen kann und nicht das „jetzt“.

Ich weiß nicht, was ich damit jetzt genau zum Ausdruck bringen wollte. Das ist mir nur gestern Nacht bei meinem ersten Vollbad nach mehr als einem oder zwei Jahren eingefallen, zusammen mit Erinnerungen an Zeiten von vor 15 Jahren, 15 Monaten, 15 Wochen und 15 Minuten und wie wenig und doch viel sich in alle den Zeiträumen verändert hat und wie das alles nur an der Wahrnehmung hängt, und wie sehr sich alles nur durch die Wahrnehmung gleicher Tatsachen ändern kann, gerade die letzten drei Zeiträume. Ich glaube ich will mir nur selbst wieder Mut zusprechen.

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7 Antworten zu „Man kann nicht zweimal in denselben Fluß steigen.“ – Heraklit

  1. berührend…. freu mich grade, dass ich’s zufällig komplett durchgelesen habe, und es nicht beim anlesen belassen habe

    danke

  2. Bitte sehr, gern geschehen. Gedanken müssen einfach ab und zu mal aus dem Kopf rauskommen. Aber was war denn so berührend? Ich hab doch aufgehört bevor es wirklich persönlich geworden währe.

  3. Sebastian schreibt:

    Mir fiel zu dem Beitrag nichts ein. Also, ich dachte mir, echt starker Beitrag, aber mir wollten einfach keine Worte über die Finger gleiten, die dazu noch irgendwas hätten beitragen können. Irgendwie schade, da kriegt man fast ein schlechtes Gewissen, weil das nach Desinteresse aussieht, aber so ist es nicht.

    Alles in allem: Gutes Ding.

  4. ich weiß nicht, was so speziell berührt hatte, nur so’n bauchgefühl….. passiert weiblichen wesen manchmal ^^

  5. @Sebastian: Ich weiß immernochnicht, warum ich das eigentlich geschrieben habe, wohl nur um den Satz „Bewusstsein ist die Erinnerung einer Wahrnemung“ aus meinem Kopf kriegen zu können, zum Abschluss zu bringen. Ich musste irgendwie an ihn denken, schließlich ist es meine Signatur bei deviantart (blackminded.deviantart.com, allerdings bin ich dort schon eine Weile nichtmehr aktiv, hab noch viel bessere Fotos auf Lager und an der Wand, an der mein Kopf gerade lehnt) und ich weiß nichtmehr, wo ich die eigentlich her habe. Wohl aus einer Buchbeschreibung zu Lem’s „Solaris“ (welches ich trotzdem noch nicht gelesen habe 😉 ). Und dann ist er in meinem Kopf gestern beim Baden weitermutiert als ich über die Vergangenheit und Zukunft nachgedacht habe, und über ALLES eigentlich.

    @eadha: Jetzt fühle ich mich mal wieder weiblich, weil ich solche Bauchgefühle auch habe.

    (Hell is for Hereos – out of sight..die Band ist gut! Obwohl ich solche Musik sonst nicht so mag, aber die Erinenrn mich sogar an Deftones, was viele Leute von anderen Bands ab und zu behaupten, ich aber nie nachvollziehen kann. Und an Biffy Clyro ein wenig, deswegen bin ich ja überhaupt auf die gekommen)

  6. Hamlet Hamster schreibt:

    Sehr schöner Beitrag!

  7. Kocher schreibt:

    alles gelogen

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