„it should be obvious, but it’s not“

Manche Eltern haben etwas gegen Tatoos bei ihren Kindern. Aber sie waren doch die, die damit angefangen haben, etwas zu schaffen, dass ihr Kind das ganze Leben lang behalten soll: Den Namen. Fehltritte bleiben dabei natürlich, wie auch bei Tatoos, nicht aus. Aus letzterem Grund überlege ich schon eine ganze Weile, was ich für ein Tatoo möchte. Denn ich finde es mitlerweile irgendwie blöd einfach nur ein Tatoo zu haben,  Bedeutungen dahinter sind mir wichtig geworden (solange es bloß kein Erinnerungstatoo ist).

Schwierig bei der ganzen Tatoofindungsgeschichte: Was beschreibt mich? Daraus dann Motive abzuleiten ist auch nicht gerade das Einfachste, aber manchmal hat man Eingebungen, so wie gestern Nacht und heute im Abspann bei „A Scanner Darkly“. Also momentan habe ich folgende Motive:

– ein schlafwandelnder Junge, auf „sigur rós“-Art:

schlafwandler sigur rós(Quelle: http://www.sigur-ros.co.uk)

Der Junge steht für die starke kindliche Seite in mir, das Schlafwandeln für die Planlosigkeit, das alles-auf-einen-zukommen-lassen.

– Raben/Krähen, wie die auf dem „BORN INTO TROUBLE AS THE SPARKS FLY UPWARDS“-Album, mitsamt Schild (Aufschrift wie auf dem Album: „Please Believe“); oder die vom „HORSES IN THE SKY“-Album (zu sehen auch auf der GYBE-Startseite):

Krähe Rabe silver mt. zion horses in the sky (Quelle:http://media.brainwashed.com/godspeed/)

Das steht dann für das Unheil und die Sorgen, die ich mir immer ausmale, mit denen ich mich viel zu sehr beschäftige und bei denen ich früher immer sehr in Selbstmitleid verflossen bin. Deswegen währe mir die „Please Believe“-Variante auch sehr lieb, aber mit dem Vogel, der hier zu sehen ist. Also eigentlich schwebt mir da ein Schwarm von den Vögeln in dem Stil vor, einer davon hält dann so ein Schild.

– ein schwarzer Schwan (ohne Bild, hab‘ noch nichts passendes finden können), auf einem See schwimmend, mit dem Kopf nach unten. Er steht für das Gefühl der Wertlosigkeit und Amateurhaftigkeit, das mich ab und zu überkommt, wenn ich von mir Geschaffenes betrachte.

Allerdings bräuchte dieser Schwan dann noch einen Gegenspieler, denn ein irgendwie fast
gegenteiliges Gefühl überkommt mich auch; so ein „ich bin der Einzige, der klarkommt mit der Welt, der die
Zusammenhänge überschaut“-Gefühl, so ein „Wenn alle so leben und alles so machen würden wie ich,
dann gäbe es keine Probleme mehr“-Gefühl, so ein „Ich bin doch perfekt, warum ist es außer mir niemand?“-Gefühl, so ein „Alles, was ich mir kaufe, ist besser als das, was ihr habt. Und das kann ich auch begründen“-Gefühl. Ich weiß nur nicht, wie man soetwas darstellen könnte/sollte.

Genauso fehlt noch etwas, das meine Liebe zur Musik und evtl. meiner Musikalität wiederspiegelt. Vielleicht so ein altes Grammophon. Das würde auch meine Zuneigung zu alten, bewährten, antiken, staubigen Dingen darstellen können. Und der steht dann auf einer Parkbank, die meine „Ruhe“ symbolisiert. Das ganze dann als Parkszenerie – der Schlafwandelnde Junge wandelt an einer Parkbank mit Grammophon vorbei, auf der anderen Seite ein See
mit dem schwarzen Schwan, über dem Schwan die Vögel. Oder die Vögel über dem
Gegenspieler des Schwans, den ich noch nicht kenne. Whow, beim Bloggen sind mir also noch zwei Motive und die ganze Szenerie eingefallen, nicht schlecht.

Die drei Probleme, die dabei dann kommen:

  1.  es wird sehr groß, wodurch das zweite Problem mit gefördert wird
  2.  es wird sehr teuer. aber das..naja, so ein großes Problem. Dafür würde ich schon
    gerne Geld ausgeben, und dann geht das auch.
  3.  es wird nicht einfach zu machen sein; ich müsste jemanden finden, der soetwas realisieren kann.

Ich wollte ja schon seit einer Weile ein Tatoo, aber seit ich dauernd auf DMAX Miami Inc. schaue hat sich dieser Wunsch nurnoch verstärkt. Ich will das ganze Zeug nun von Chris Garver gemacht bekommen, aber bis nach Miami ist es weit und dann noch einen Termin bekommen und dann noch das Geld für so ein Tatoo zu haben..und eigentlich will ich ja auch nicht gleich so ein großes.. Ach verdammt.

Ich entschuldige mich dafür, dass das ganze wie ein Tagebucheintrag rüberkommt, aber ich muss mich irgendwie daran erinnern, außerdem braucht der Schwan ja noch einen Gegenspieler und hier hat vielleicht jemand eine gute Idee und/oder kennt ein gutes Tatoostudio.

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6 Antworten zu „it should be obvious, but it’s not“

  1. Sebastian schreibt:

    Das war der coolste Eintrag zum Thema Tattoos, den ich je gelesen habe. Also nicht nur, weil’s der einzige ist, sondern er steht da auch für sich ganz oben.

    Ich wollte eigentlich noch einen Gegenspieler zu meinem letzten Artikel posten, aber das kann ich ja jetzt erstmal knicken, der soll bisschen oben bleiben. Jetzt gehe ich wieder K.I.Z hören.

  2. Echt? Aber wieso? Oder meinst du nur den Teil vor dem Trenner? Ich hab es extra so getrennt, damit man nur etwas allgemeingültiges liest, aber einen Cliffhanger zum zweiten Teil hat.

    Ach, ich hasse diese Zwiespältigkeit. Ich will es machen lassen, aber nicht gleich etwas so riesiges. Und auch nur von jemandem wirklich gutes, aber wer ist denn gut? Also hier werde ich wohl kein gutes Studio finden können, aber so oft bin ich nicht in Großstädten. Ach man..es muss ja nicht sofort sein 🙂

    Man beachte auch die ganze Gelegenheitsbildung in dem Artikel! Tschuldigung, aber ich komme über dieses Wort einfach nicht weg 🙂

  3. Sebastian schreibt:

    Ich habe keinen Trenner bemerkt. Das ist ja das tolle, alles fließt.

    Vielleicht gibts ja bei Dir einen alten, japanischen Meister, der das mit einem glühendem Katana macht oder so. Hätte Stil.

  4. Hey..colle Idee mit dem fließen 😀 panta rhei (πάντα ῥεῖ) könnte man noch irgendwo dazwischenmogeln. Nur dadurch würde es dann ja noch mehr, und mehr ist eigentlich nicht so gut, außer es ist egal, wieviel Platz das alles braucht.

  5. Sebastian schreibt:

    Hauptsache auf dem Arm ist noch Platz für „Alway remember Sammy Jenkins“.

  6. Steffi schreibt:

    Bevor du zu einem Tätowierer gehst, solltest du die Motive selbst irgendwie auf Papier bringen, also halt in der Form wie du sie willst, wenn du wirklich den Park drumrum haben willst usw

    Wenn du dann ein endgültiges Motiv hast, würde ich, wenn ich du wäre, auf die Seiten verschiedener Tätowierer gehen und mir deren Werke da anschauen. Wenn der Stil gefällt, wird das auch was mit dem eigenen Motiv, denk ich.

    Vor Jahren wollt ich unbedingt eins haben und saß abendelang dran mir ein eigenes Motiv zu designen. Als ich fertig wurde, durfte ich nicht, weil zu jung.
    Als ich dann 18 oder 19 war, wollte ich es durchziehen, dann hat mir aber das Motiv nicht mehr gefallen. Ich hab wieder abendelang dagesessen und ein Neues fabriziert. Als das fertig war, fehlte das Geld.
    Als ich schließlich ein drittes Mal kurz davor stand, zum Umsetzen überzugehen und sogar schon in einem Laden gestanden bin, kniff ich doch wieder, weil mir das Motiv ein weiteres Mal nicht mehr zusagte.
    Schade irgendwie…

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