Untertitel: „Erinnerungen? Am besten selbst zusammengebaut!“

Früher habe ich auch dauernd alle meine Daten gesichert, jetzt ist mir das zu blöd; es gibt einfach zuviele Sachen zum sichern und das wären zu viele DVDs. Ich plane ja immernoch mir zwei Festplatten mit 1TB Größe zuzulegen um da dann alle MP3s, Musikvideos, Filme, Fotos und sonstige Sachen draufzumachen. Auf beide Platten das Selbe, denn das beide genau gleichzeitg ausfallen ist unwarscheinlich.

Aber die Bilder sichere ich nicht, um mich an irgendetwas zu erinnern, dafür habe ich mein Gedächnis. Fotos, die ich gemacht habe, und deshalb sichern würde, sind ja auch nicht entstanden, um sich an etwas zu erinnern, sondern eher um ein „künstlerisches Verlangen“ zu stillen. Ich mag auch neue (ab ca. 1980) Erinnerungsfotos nicht. Am gruseligsten sind diese Partybilder auf denen sich Leute umarmend vom Blitz unglaublich überbelichtet mit gestelltem Lächeln zu sehen sind. Die Portätfotografie hat ebend seit dem Einfacherwerden des Fotografierens extrem an Qualität/Reiz verloren, zumindestens durch die 08/15-Fotografie. Und seit dann auch noch jeder eine Digitalkamera hat, deren Bedienung bzw. korrekte Einstellung er/sie nicht versteht und die ihn/sie auch garnicht interessiert, ist das ganze noch viel schlimmer geworden. Und dann noch die gruselige Bildkompositionen. Und da ärgere ich mich immernoch jedes mal, dass ich nicht genügend Geld für eine Digitale Spiegelreflexkamera übrig hatte (auch wenn es nur das Mainstream-Canon-EOS-400D-Modell geworden wäre) und wünsche mir immer, dass ein paar Leute, die eine Digitalkamera haben, einfach ein etwas schlechteres Modell gekauft hätten, da sie sowieso nicht wirklich Qualität brauchen (am besten sind die Leute die sagen „Die Kamera in meinem Handy ist genial!“), und mir dann das dadurch gesparte Geld gegeben hätten.

Worauf wollte ich eigentlich hinaus? Ach ja. Die Welt wird immer schlechter, weil alles für alle zugänglich wird. Der „Pöbel“ sollte einfach manche Sachen nicht in die Hand bekommen. Nein, darauf wollte ich auch nicht hinaus. Ich wollte den Vorteil davon erläutern, dass meine Erinnerungen nur in meinem Kopf sind: Ich kann sie ändern wie ich will. Außerdem kann ich sowieso nichts mehr daran ändern wie ich war, ich kann auch nie mehr in diese Zeit zurück. Was sollen mir solche Fotos bringen? Und da ist er dann auch wieder: Dieser „ich gehöre einfach nicht dazu“-Gedankenzug, den ich jetzt aber nichtmehr weiter vertiefen möchte.

(Entstanden aus einem Kommentar zu: „Oh Erinnerung, schöne Erinnerung“)

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Girl, you have no faith in medien, Wir waren mal Stars veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

8 Antworten zu Untertitel: „Erinnerungen? Am besten selbst zusammengebaut!“

  1. MuGo schreibt:

    Kann ich nachvollziehen: Alte Fotos sind in Ordnung – solange man sie nicht anschauen muss…

  2. Paul schreibt:

    Word, Alter, word…

  3. Sebastian schreibt:

    Paradox: Alte Menschen sehen auf alten Fotos jung aus.

    Ein weiterer Aspekt ist, dass man sich durch die Fotografie das erinnerungswürdige Ereignis kaputt macht. Man erlebt potentiell etwas tolles, hat aber garnicht die Zeit, das zu genießen, weil man damit beschäftigt ist, das Erlebte festzuhalten. So hat man die Erinnerung dann tatsächlich nur auf dem Foto und nicht im Kopf, bzw. man hat etwas auf einem Foto, bei dem man realistisch gesehen garnicht dabei war.

    Abgesehen davon, ich sehe mir trotzdem gerne Fotos von früher an. Denn tatsächlich vergesse ich vieles wieder, auch Dinge, die ich nicht selber fotografiert habe. Wenn ihr auf meinen Bilderlink klickt, da gibt es das Album „Neue Bilder vom 11. September“, da sind Fotos von einem spontanen Trip nach Fehmarn. Ich denke, ich habe die Stimmung derart gut festgehalten, dass ich mich wieder in diesen Tagen hineinversetzen kann. Allein das Regenfoto aus dem Auto heraus ^^

  4. Steffi schreibt:

    Bei Verwandtschaftsbildern geht es mir auch so, dass ich die echt nicht gerne angucke. Genauso wie irgendwelche langen Fotoalben von Freunden und deren Erlebnissen.

    Wenn du die Leute auf Bildern nicht kennst, dann ist es sehr, sehr langweilig diese anzuschauen. Vor allem wird dir aber dann erst einmal bewusst wie standartmäßig auch die eigenen Bilder sind.
    Selten bekommt man eine wirklich spektakuläre Aufnahme hin, die auch andere Leute gerne anschauen.
    Auf meine eigenen Bilder will ich trotzdem nicht verzichten, obwohl ich auch Basti recht gebe, mit dem „machst du zu viele Fotos, verpasst du den Moment!“

  5. MuGo schreibt:

    Ja, ich weiß noch, Wale beobachten in Ecuador – wirklich mitbekommen, wie nah die Wale waren, habe ich eigentlich nicht, weil ich so mit der Kamera beschäftigt war.

    Und dann wurde mir das Scheißding auch noch von den Amis geklaut! Verdammte Schweine!

  6. Mich nervt vor allem, dass auf 90% der Fotos unwichtiger Mist abgebildet ist. Leute nebeneinander, überbelichtet, in die Kamera grinsend, auf einer Party. Wozu? Menschen vor „Sehenswürdigkeiten“. Wen interessiert sowas? Große Feiern auf einem Bild abgelichtet. Na und?

    Früher wurden sehr wenige Fotos gemacht. Zum einen weil die Technik teuer und kompliziert war, zum anderen weil sie auch nicht wirklich richtig transportabel, allwetertauglich und für jede Situation geeignet waren. Da hat man sich dann, gerade in der Anfangszeit der Photographie, bewusst Gedanken gemacht, was auf einem Foto abgebildet sein soll, wie die Protagonisten aussehen sollen, Körperhaltung, Hintergrund, Bildauschnitt, Perspektive..alles, die ganze Bildkomposition ebend. Seit zehn, zwanzig, vielleicht sogar schon dreißig Jahren und erst recht seit dem Sigeszug der Digitalknipsen wird einfach nur drauflosfotografiert, wobei dann natürlich sehr selten etwas ordentliches, schönes, sehenswertes, wertvolles Entsteht. Und das mus man dann am besten auch noch zur Schau stellen. Erinnerungen sind aber keine Fotos, Leben ist nicht hinter einer Kamera zu finden. Also wenn man etwas photographiert, dann sollte man auch einen wirklich Sinn dahinter sehen und sich Gedanken machen, wenigstens ein paar. Mit wenig Aufwand bekommt man sehr schöne Photos, nur durch richtige Wahl des Bildausschnittes und der Perspektive. Und Leute: Blitze von Kompaktkameras kann man vergessen, total, ausnahmslos. Und es muss auch nicht immer in Farbe sein. Ich photographiere zur Zeit fast nurnoch in schwarz-weiß. Aber zur Zeit photographiere ich auch nurnoch selten.

    Also ich woltle eigentlich nicht darauf hinaus, dass man das Leben verpasst, wenn man nur am fotografieren ist, sondern daruaf, dass die meisten Fotos einfach nur schrecklich und sinnlos sind.

  7. MuGo schreibt:

    Stimmt auf jeden Fall, alles von dir gesagte…

  8. Steffi schreibt:

    Auch wenn ich das nicht ganz so rabiat sehe, muss ich doch auch sagen, dass manchmal weniger mehr ist.
    Nicht umsonst hab ich in letzter Zeit meist wieder Bilder mit einer normalen Kamera geschossen. Die Spannung, was am Ende nun wirklich auf den Bildern zu sehen ist, wenn sie fertig entwickelt sind, ist etwas Wunderbares.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s