Die Suche nach Kontakt

Eine Eigenschaft, die zu mir gehört seit ich denken kann, ist die Sehnsucht nach Kontakt; am Besten mit jedem, überall und zu jeder Zeit.
Aber das geht natürlich nur, wenn man kein Problem dabei hat auf fremde Menschen zuzugehen…

Es gibt welche, die können das. Die gehen irgendwo hin, setzen sich dazu und reden mit. Oder noch besser, die sitzen irgendwo rum, andere kommen hinzu und labern einfach drauflos.
Ich habe keine Ahnung wie diejenigen das hinbekommen. Das einzige, was ich bisher enträtzeln konnte, ist die Rolle der Gedanken:
Bei ihnen wird der Schritt der Kontaktaufnahme einfach vollzogen, ich dagegen suche nach der perfekten Möglichkeit mich in die vorhandene Situation einzufinden. Habe ich diese endlich gefunden, ist die Situation nur leider schon vorbei. Fange ich dann an, irgendetwas zu sagen, wirkt es nicht nur fehl am Platz, sondern auch noch künstlich.
Folglich ist mein Gehirn mein größter Feind. Ich stehe mir selbst im Weg. Uneffiziente Neuronenverknüpfungen sorgen dafür, dass ich immer im Kreis denke, und im Kreis und im Kreis und im Kreis…
Offenheit wird zum Fremdwort,
Spontanität zum Buch mit sieben Siegeln.

Doch nun, nach der Analyse der Ist-Situation, der Versuch etwas zu ändern.
Was kann ich tun?
a) mein Gehirn bei ebay verkaufen
b) mich in eine Hütte einschließen; nur ich und 1000 Raviolidosen
c) meine Gedanken in den Kabuff uns´rer Küche sprerren

Ich befürchte das funktioniert alles nicht.
Vielleicht ist ja Balus Weg der Richtige:
„Versuchs mal mit Gemütlickeit, mit Ruhe und Gemütlichkeit,…“

Aber jetzt mal Bär beiseite.
Es ist wirklich nicht einfach sich selbst loszuwerden. Denkt man erst einmal in bestimmten Bahnen und tut bestimmte Dinge, muss man sich selbst quasie umprogrammieren, ehe es auch mal anders geht…
Ich denke da an die Demo gegen G8 hier in Stuttgart. Ich bin da hin, weil die Jusos sich dort trafen. Ich dachte mir, wenn ich dort bin, find ich da sicher rein. Wir alle da so gegen G8, danach noch gemeinsam in ne Bar und xy. Halt irgendwie zusammen unterwegs und Kontakt und gut Reden und Trinken oder sonst was.
Naja, was wurde draus? Ich hab Hallo gesagt, stand ne dreiviertelstunde (wie ein Luchs zuhörend) herum und bin wieder heim.

Hmpf…
Was die bei ebay wohl für´n Hirn bieten???

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16 Antworten zu Die Suche nach Kontakt

  1. Sebastian schreibt:

    Hm, ich denke da an den schönen Film „Der Mann mit den zwei Gehirnen“ da gab es nur Gehirn, aber keinen Körper, auch nicht das Wahre. Man sollte etwas erfinden, das beides vereint, Körper und Hirn. Ach, gibt’s ja schon: Männer!

  2. Ach schön, hier kann ich wieder sagen: Das kenne ich, mir geht es auch oft so. Aber ich habe auch oft das Glück so drauf zu sein, dass ich Anfange Müll zu reden, Witze zu reißen und mich einfach in irgendwelche Runden mit einzuklinken für ein paar Sekunden. Aber das war es dann auch schon. So kennen mich sehr viele Leute, aber keiner hat wirklich mit mir richtig geredet; keiner weiß, was mich so beschäftigt, was ich tue, wie ich lebe.
    Außerdem mache ich das eigentlich nur auf Konzerten und wenn ich gerade in der Stimmung dazu bin, sonst sitze ich nur rum und wundere mich, wie Leute über so viel Zeug reden können, wie belanglos für mich so viele Themen sind, die andere Leute beschäftigen. Aber warum gelten eigentlich nur Leute, die Meinungen bzw. Antworten auf unterschwellig auftretende Fragen geben können, als gute Zuhörer? Das finde ich schon gemein, ich höre immer zu, trotzdem wird mir nie gesagt, was für ein guter Zuhörer bin. Und das man so selten ein Lob bekommt, weil man seine Arbeit im Stillen verrichtet, ohne das Ergebnis groß an die Glocke hängt. Naja, die Welt ist eben nur für die toll, die daran Teilnehmen können. Und deswegen werde ich wohl auch in den nächsten Jahren keine neue Freundin finden.

  3. MuGo schreibt:

    Hey, versaut mir nicht den Abend! Ich (in Wirten: ICH) habe heute mit einer wildfremden Frau gesprochen und sie hat mir aus freien Stücken geantwortet anstatt wortlos wegzugehen!

  4. MuGo schreibt:

    Es heißt Worte, aber ich bin gerade eh besoffen…

  5. Steffi schreibt:

    @Heinz der Torfstecher
    Dieses KurzInEineRundeKlinken ist genau das, auf was ich mich oben beziehe. Und das gelingt mir nicht mal auf Konzerten. Das DrinbliebenInDerRunde will ich mal gar nicht erwähnen…
    Allein beim Summer-Breeze letztes Jahr hab ich´s geschafft einen Kontakt zu Wildfremden aufzubauen. Allerdings war´s dann auch so, dass ich mit einem halt abseits saß und sehr tiefgründig redete, die Pary aber neben uns verlief.
    Entweder ich kenne die beteiligten Menschen oder ich sitze an der Seite. Es gelingt mir höchstens mich auf einen neuen Gegenüber einzulassen, wenn denn dieser – wie beim Breeze – auf mich zu kommt und ich mich quasie nicht um den Kontakt bemühen muss.

  6. leonope schreibt:

    Wie wär´s mit das Hirn mal auszuschalten und einfach drauf los zu labern? Mach es dreimal und Du wirst feststellen, dass es nicht weh tut und im Normalfall sogar funktioniert 😉

  7. MuGo schreibt:

    @Leonope:

    Das Problem ist eher, dass es eben nur im Normalfall funktioniert. Und wenn du dich sowieso unwohl fühlst, jemanden anzusprechen und die entsprechende Person danach eine Geste macht, die man am Besten mit „Warum mich?“ umschreiben kann – dann motiviert das nicht gerade…

  8. crunchi87 schreibt:

    hm also ich kann von mir behaupten, ich bin ein sehr Kontaktfreudiger Mensch und lerne oft und sehr schnell leute kennen. Darüber bin ich auch meist froh.
    Bei dir is das ja leider anders.. :/

  9. Steffi schreibt:

    Eine sehr gute Eigenschaft. Nutze sie solange du noch kannst, denn bald schon komme ich zu dir, um dich ihrer zu berauben…
    Wuhaha
    :- D

  10. leonope schreibt:

    @MuGo…verstehe schon was Du meinst. Na ja, dann eben die/der nächste usw. bis es funktioniert. Ich weiss, das hört sich einfach und leicht gesagt an. Aber das ist sicher der beste Weg um zu einem befriedigenden Ergebnis zu kommen. Sonst läuft man ja komplett gefahr, überhaupt nichts mehr zu sagen. Was auch wieder nicht grad Sinn der Sache sein kann, oder?

  11. Paul schreibt:

    Oh mein Gott. Das bin ich, da im Beitrag! Haargenau ich! Verdammt. Und ich dacht ich bin allein und kann mich im Selbstmitleid baden…

  12. Steffi schreibt:

    Ei, das scheint irgendwie sehr Vielen so zu gehen wie mir.
    Tun wir uns doch zusammen, in dem wir eine Selbsthilfegruppe gründen, um uns neu zu programmieren.
    Also, wann ist das erste Treffen?
    :- )

  13. MuGo schreibt:

    Ja, wo wohnst du denn so? Ich befürchte jetzt mal: Berlin?

    Ansonsten hätte ich fürs erste Treffen die Geschichte parat, wie ich mal ein Mädchen angesprochen habe – und das Mädchen mir aus freien Stücken geantwortet hat.

    Echt, ich sollte mir den Samstag in meinem Kalender rot markieren…

  14. Sebastian schreibt:

    Wieso geht man automatisch davon aus, dass Blogger in Berlin wohnen? 😉
    Sie wohnt mit mir zusammen in Stuttgart.

  15. Paul schreibt:

    Cool, dann bilden unsere Wohnorte ja ein großes, über ganz Deutschland verteiltes Dreieck…

  16. MuGo schreibt:

    @Sebi:
    Ist mir dann auch aufgefallen, dass du ja in Stuttgart wohnst…

    @Paul:
    Wenn wir jetzt noch jemanden aus München und Flensburg finden, dann haben wir sogar ein Pentagramm!

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