Apocalypse please

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Und? Kitschiges Bild, oder? Irgendwann mal auf Fehmarn geschossen. Egal, Thema heute: Pathos.
Mir geht nämlich dieses Verhalten auf den Sack, das Leute an den Tag legen, um ihre Überlegenheit über primitive Gefühle zu demonstrieren. „Ne, dieses Foto von einem Sonnenaufgang beeindruckt micht garnicht, da steckt keine Aussage hinter.“ Scheisse, kommt mal von eurem Homo Faber Trip runter, natürlich beeindruckt es euch. Aber es kann ja nicht sein, was nicht sein darf, wenn ein Bild mal nicht intelligent ist, sondern einfach nur geil… So wie auch Wagner geil ist, aber, ho ho, da war ja was mit Wagner, nene, der ist schon doof.

Genau so verhält es sich auch mit der Musik: Klar, es gibt Klangfolgen, die appellieren an die niedersten Instinkte, Stichwort Mitgröhlsong. Selig die, die das einfach mal so hinnehmen und dann auch einfach mal mitgröhlen. Dann gibt es aber so Experten, denen fällt die Intention in diesen Songs gleich auf. Da denkt man, ha, dieser Song versucht es mit dieser Masche, dem dummen Refrain, dem großen Streichorchester irgendwo mittendrin (Gruß an Matt Bellamy), dem viel zu langen Gitarrensolo. Man steht also vor der Wahl: Lass ich mich einfach mal drauf ein (gut), oder demonstriere ich allen, wie schlau ich doch bin (gibt’s wirklich, diese Leute, eigentlich sogar sehr viele), und stehe, wissend nickend, in der Ecke? Natürlich ersteres! Warum? Einfach die Lösung ist, junger Jedi: Wer sich diesen Dingen verschließt, verschließt sich auch so tollen Sachen wie Liebe, Sex und Zärtlichkeit. Der ganze Schleimkram steckt ja auch voller Pathos. Schreie, überwältigende Gefühle, blabla.

Um sich auf Pathos einzulassen, muss man eine Menge Kontrolle über sich abgeben. Man lässt sich in diesem Augenblick leiten von der Explosion auf der Leinwand, dem Gänsehaut-Gitarrengriff uswusf. Dazu muss ich manch einer natürlich erstmal überwinden.
Man kann’s aber natürlich auch übertreiben, so nen Scheiss wie Enya oder Creed gebe ich mir auch nicht. Wäre ein eigenes Kapitel wert, aber Freundin will ins Bett, Pathos ruft (kein Grieche).

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4 Antworten zu Apocalypse please

  1. matt schreibt:

    mir fällt da so eine tbc aktion im hansapark ein. i like it loud, argh. ich zähle mich zu denen die es besser wissen und nur ungern mitmachen aber meistens doch mitziehen. insgeheim hasse ich die songs trotzdem meistens. siehe i like it loud.
    man, da fällt mir ein dass ich das video immernoch nicht fertig habe. und deswegen fällt mir ein dass ich die tbc ja noch wiederbeleben muss. und das alles so kurz vor der arbeit. damn!

  2. Also da fiel mir doch sofort wieder die Endsequenz von „Mafia“ ein, vielleicht aber auch nur, weil ich es gestern durchgespielt habe. Grob gesagt war die Aussage: Nicht die Sache selbst ist entscheidend, sondern das Maß, für das man sich entscheidet. Meine Becher waren schon immer klein. Nein, nicht immer, es gab auch mal Techno-Zeiten, aber das ist lange vorbei. Aber wenn du NICHT von „Apres Ski Hits 2007“ oder so, sondern von Sachen wie „Starlight“ sprichst, dann bin ich vollkommen deiner Meinung 😉

  3. Sebastian schreibt:

    Naja, matts Kommentar hat den Hintergrund, dass wir mal ’nen Tag im Hanspark einen Song gegröhlt haben, der sicher seinen Platz auf einer Apres Ski Hits Collection gefunden hat. Wir meinten das aber ironisch, ehrlich!!! (auch wenn es einen dann doch kriegt)
    Und Muse sind Kings of Pathos und trotzdem/deswegen geil, die lasse ich mir auch nicht nehmen 🙂

  4. Mike schreibt:

    Ich mag das bild und geb dir auch bei dem text vollkommen recht^^ Karneval dürfte man auch gar nix mitgröhlen wenn man auf den sinn achten würde^^

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